In unserer furchtbaren
Ellbogengesellschaft, in der die zwischenmenschliche
Kommunikation zunehmend an Bedeutung verliert und sich
jeder nur um sein eigenes Wohl kümmert, werden immer mehr
Tiere zum wichtigsten „Lebenspartner“ des Menschen. Eine
knuddelige Hauskatze ist im Gegensatz zu einem mürrischen
Ehemann immer lieb, widerspricht nicht, schlägt nicht und
kuschelt gerne. Die Tierliebe macht sich vor allem in den
steigenden Umsätzen der Futtermittelhersteller und am
steigenden Kontostand zahlreicher Tierschutzorganisationen
bemerkbar. Werden im Fernsehen oder in der Presse Bilder
von gequälten Tieren veröffentlicht, ist das Entsetzen des
Zuschauers oftmals größer als beim Anblick eines
erschossenen Menschen. Wie es dazu kommen konnte, daß
Lebewesen, die ursprünglich unserer Ernährung dienten, in
der heutigen Zeit von uns ernährt und beschützt werden,
kann niemand so genau beantworten. Vielleicht sind unsere
unzivilisierten Freunde einfach schlauer als wir und
verstehen es, uns auszunutzen.
Ich hoffe, Sie sehen in
diesen Zeilen keinen versteckten Aufruf zum Tiere hassen.
Nein ich mag Tiere auch ganz gerne und plädiere für einen
würdevollen Umgang mit ihnen. Ein würdevoller Umgang
bedeutet für mich aber nicht, keine Tiere mehr zu
verspeisen und die Forschung an ihnen zu verbieten.
Jedes Wesen ist so
programmiert, daß es sein Leben lang ausschließlich die
Dinge tut, die für sein Wohlbefinden und Überleben wichtig
sind. Ihre Katze bleibt bei ihnen, weil sie weiß, daß sie
von Ihnen Freßchen bekommt und gestreichelt wird. Doch
revanchiert sie sich irgendwann einmal bei Ihnen dafür?
„Gut“ werden Sie jetzt sagen „macht sie nicht, aber mein
Hund ist immer für mich da“. Das ist richtig, aber wäre er
auch für Sie da, wenn Sie ihn nicht ernähren und
streicheln würden? Und warum streicheln Sie Ihren Hund?
Weil Sie so tierlieb sind oder doch eher weil Sie wissen,
daß er sich mit seiner Anwesenheit und seinem weichen
Streichelfell dafür „bedankt“? Überprüfen Sie ruhig einmal
Ihr tägliches Verhalten. Ich verspreche Ihnen, Sie werden
nicht eine völlig selbstlose Tat bei sich
entdecken. Aber so ist es und so soll es auch sein. Ein
sich aufopfernder Mensch verspricht sich durch seine Taten
lediglich eine Belohnung für sich selbst. Sei es die Liebe
des anderen oder die innere Ruhe oder Stolz oder
Anerkennung oder, oder, oder. Auch wenn ich mich für die
Würde der Tiere einsetze, mache ich das, wenn ich ehrlich
bin, weil ich mich dabei besser fühle.
Aus diesem Grund ist es
verständlich, daß Wissenschaftler für die Erforschung
eines neuen Medikamentes oder einer neuen Therapie – die
das eigene Überleben und das Überleben der Menschheit
sichert – Versuche an Tieren durchführen.
Selbstverständlich würde jeder Wissenschaftler nur zu gern
auf Tiere verzichten, wenn es eine Alternative gäbe. Er
würde daraus einen großen Nutzen für sich ziehen – z.
Bsp.: die Dankbarkeit der Tierfreunde. Leider besteht die
einzige Alternative zu einem Tierversuch darin, einen
Menschen ins Labor zu locken. Ich denke, auch noch so
große Tierfreunde sehen ein, daß vor dem Schutz anderer
Rassen biologisch bedingt der Schutz der eigenen steht.
Ähnlich verhält es sich beim Verspeisen von Tieren. Die
Forschung ist noch nicht soweit, ausschließen zu können,
daß Fleisch unwichtig für die Ernährung ist. Momentan gilt
als gesichert, daß wir ab und zu Fleisch verspeisen
müssen. Sollten wir vielleicht Menschenfleisch essen?
Denkt ein Fleisch fressender Hund über Tierschutz nach?
Können Sie ausschließen, daß Ihr Hund oder Ihre Katze vor
Ihrem eigenen Körperfleisch zurückschrecken würden? Wäre
– gesetzt alle Menschen wären Vegetarier – es nicht ein
Verbrechen an der Umwelt noch mehr pestizidverseuchte
Ackerbauflächen zu schaffen? Und haben letztendlich
Pflanzen nicht auch Gefühle?
Ich denke nach der
ehrlichen Beantwortung dieser Fragen stellen wir fest, daß
wir, so gut wir auch immer sein möchten, lediglich ein
Teil der Nahrungskette sind, der wir uns nicht entziehen
können.
Doch trotz den Punkten,
die zeigen, daß der Mord an einem Tier in einigen Fällen
zur Zeit unumgänglich ist, liegt es in unseren Händen, den
Tieren ein würdevolles Leben zu ermöglichen (natürlich in
Erwartung der „Streicheleinheiten“ für unser Gewissen).
Denn: Wir brauchen keine
Massentierhaltung, wo Schweine übereinanderliegen müssen,
weil nicht ausreichend Platz zur Verfügung stehet. Wir
brauchen keine Experimente an Tieren, in denen es darum
geht, noch mehr Mittelchen gegen Kopfschmerzen oder andere
„Kleinigkeiten“ zu entwickeln. Wir brauchen keinen Zirkus,
in den wir Tiere stecken, nur um uns über sie zu
amüsieren. Wir brauchen keinen Zoo, in den wir Tiere
einsperren und sie somit ihrer natürlichen Umgebung
berauben. Wir brauchen keinen Kanarienvogel, den wir zur
Belustigung in einen engen Käfig zwängen. Wir brauchen
keine Meerschweinchen, Kaninchen, Fische, Reptilien usw.
und es sollte sich auch jeder dreimal überlegen, ob er
einer Katze und einem Hund den Freiraum lassen kann den
sie brauchen. Und letztendlich – und darauf wollte ich
hinaus - :
Wir brauchen keine
Tiere, um an Ihnen die Wirkung von Drogen zu testen!
Wir wissen, daß es einen
Unterschied zwischen Mensch und Tier gibt, der sich
„positive Dopaminhemmer“ nennt. Der Mensch hat die
Möglichkeit, sich selbstständig von seiner Sucht zu
befreien. Ein Tier leider nicht. Es ist daher
unverantwortlich, ein Tier mit Drogen vollzupumpen. Um die
Gehirnströme nach der Einnahme von Drogen zu messen, kann
man sich – ausnahmsweise – auch einen momentan abhängigen
Menschen einladen. Da Tiere keine Möglichkeit haben, mit
Drogen umzugehen, ist es unverantwortlich, sie damit
vollzupumpen und abhängig zu machen.
Schönen Gruß an die
Wissenschaftler: „hört auf mit dem Scheiß!“