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Buch

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         Allg.Medizin
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         Vom Dunkel ins Licht
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         Abst. Drogenkonsum
         Zusammenfassung
Teil4 - Standpunkte
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Teil3 - Lösungen - Abstinenter Drogenkonsum?

 

Abstinenter Drogenkonsum?

 

Ich bin abstinent und nehme Drogen!

 

 

Der ehemalige Konsument ist glücklich. Er nimmt keine Drogen mehr und ihm ist bewußt, daß bereits ein einziger Konsum sein „schönes neues Leben“ zerstören würde. Er hat das geschafft, wovon andere nur träumen können. Er wird nach einer anfänglichen Phase des Belächelns von allen bewundert. Sein Selbstvertrauen ist so stark wie nie zuvor.

 

Aber: „Hat er es tatsächlich geschafft? Ist er tatsächlich frei von Drogen?“

 

Wir haben in unseren bisherigen Untersuchungen die mächtigsten Gruppen von Drogenkonsumenten außer acht gelassen.

 

Die Zuckerclique:

 

 

Wir wissen bereits, daß Zucker ebenso wie Nikotin, Alkohol, Kaffee, THC, Kokain oder Heroin zu den Drogen gehört.

 

Wird Süßes gegessen, so steigt der Blutzuckerspiegel. Dies wiederum verursacht einen starken Anstieg von Insulin im Blut. Insulin sorgt dafür, daß Tryptophan aus dem Blut ins Gehirn gelangen kann. Tryptophan ist bekanntlich die Vorstufe von Serotonin. Wird Zucker eingenommen, steigt demnach die Stimmung. Ohne Zucker ist unser Körper nicht in der Lage, Tryptophan und letztendlich Serotonin zu produzieren. Die Folgen einer Zuckerabstinenz wären fatal (Antriebs- und Schlaflosigkeit, Ängste sowie Depressionen) und würden letztendlich zum Tod führen. Der Mensch ist somit von Geburt an zuckersüchtig. Es scheint sogar, als wäre er dazu verdammt, eine der gefährlichsten Drogen zu sich zu nehmen, um zu überleben. Glücklicherweise ist es natürlich nicht so. Der menschliche Körper ist perfekt, so wie er ist.

 

Jetzt wird es etwas kompliziert. Wir wissen, daß der Mensch abhängig von Zucker ist und ihn zum überleben braucht. Wir wissen aber auch, daß Zucker eine gefährliche Droge ist, an deren Folgen jährlich Millionen von Menschen sterben. Wie paßt das zusammen?

 

Die Lösung liegt darin, daß wir einen Unterschied zwischen gutem und schlechtem Zucker machen müssen.

 

Guter Zucker:

 

Die Natur, Gott, die Außerirdischen oder alle zusammen, haben dafür gesorgt, daß die Menschen auf der Erde gut über die Runden kommen. Die Nahrungsaufnahme und die Fortpflanzung sind die wohl wichtigsten Voraussetzungen zum Überleben. Da die Menschen am Anfang ihren Alltag lieber damit verbrachten, träumend in der Ecke zu sitzen, als zu essen und auf Partnersuche zu gehen, haben die ehrenwerten Schöpfer sich etwas einfallen lassen. In ihrem Psychologie Grundkurs erfuhren sie, daß sich Menschen entweder mit Hilfe von Strafe oder mit Hilfe von Lob erziehen lassen. Es war ein sonniger Nachmittag und die Schöpfer hatten gute Laune. Ihnen war gerade nicht nach Strafe und so entschlossen sie sich, die faulen Menschen mittels Belobigung zum Futternapf und ins Bett zu treiben. Leider fehlte ihnen die Zeit, jedem Menschen, nach erfolgreicher Nahrungsaufnahme oder geglücktem Samentausch über den Kopf zu streicheln und zu sagen: „fein gemacht!“. So schenkten sie den Menschen kurzerhand ein körpereigenes Belohnungssystem. Alle Probleme waren mit einem Schlag gelöst. Die Menschen sprangen plötzlich wie verhext durch die Gegend, suchten sich Partner, nahmen Nahrung zu sich und gingen ins Kino. Immer auf der Suche nach der angenehmen Belohnung. Keiner wollte mehr faul in der Ecke liegen. Dieser Zustand hielt jedoch nicht lange an. Immer mehr von ihnen hatten plötzlich keine Lust mehr auf Belohnung oder waren einfach zu dick für irgendwelche Aktivitäten. Ratlosigkeit kam auf. Die Schöpfer trafen sich zur Krisensitzung. Ihre einzig verbliebene Möglichkeit, dem Menschen zum Überleben zu verhelfen, war die Einführung der Strafe. Jeden einzelnen zu schlagen und zu treten, war nicht realisierbar. Die Entscheidung viel daher schnell auf ein körpereignes „Bestrafungssystem“. Und siehe da: es funktionierte. War es für einen Menschen an der Zeit, etwas zu essen, bekam er einen sanften Bauschmerz und wurde dadurch dazu gedrängt, sich auf Nahrungssuche zu begeben. War die Arbeit getan und die Mahlzeit verspeist, verschwand der Schmerz und die Belohnung folgte. Gab’s nichts zu essen, steigerten sich die Bauchschmerzen mit der Zeit.

Die Damen und Herren Schöpfer waren nicht nur Zauberer sondern auch großartige Biochemiker. Zur Sicherung der Nahrungsaufnahme sorgten sie dafür, daß Zucker im menschlichen Körper die Verantwortung für die Entstehung eines glücklich machenden Botenstoffes erhielt. Gleichzeitig versetzten sie alle wichtigen Nahrungsmittel mit dem Zucker (z.Bsp: Obst, Gemüse, Trockenfrüchte) oder mit Stärke (z.Bsp.: Brot, Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchte) – einer Vorstufe von Zucker. Der „gute Zucker“ war erfunden. Er steckte in den Lebensmitteln und sorgte dafür, daß diese mit Hingabe verspeist wurden.

Das Bestrafungssystem regelten sie durch die Erfindung des Dopamins. Ein sinkender Dopaminspiegel erzeugt „den kleinen Schmerz“ und wird bei Aktivitätserfüllung wieder ausgeglichen beziehungsweise kurzzeitig zur Belohnung erhöht.

 

Schlechter Zucker: 

 

Eines Tages bemerkte der Mensch, daß es gar nicht so schwierig ist, eigenhändig Zucker herzustellen. Das war ein großer Moment in seinem Leben. Er stellte fest, daß dieser Zucker gar nicht satt aber trotzdem glücklich macht. Und das schönste dabei: die Wirkung setzt unmittelbar nach dem Verzehr ein. Die gesamte Menschheit erfreute sich an dem süßen Gold (Zucker war tatsächlich einmal fast soviel Wert wie das Edelmetall). Niemand bemerkte, daß die guten alten Schöpfer sich etwas dabei gedacht hatten, den Zucker in den natürlichen Nahrungsmitteln zu verstecken. Die „Droge Zucker“ war erfunden.

 

Erfüllt die „Droge Zucker“ tatsächlich die Aufnahmekriterien in den Olymp der echten Drogen? Leider ja!

 

Durch den Konsum von konzentriertem Zucker steigt der Blutzuckerspiegel und mit ihm die Konzentration des Insulins in kurzer Zeit sehr stark an. Insulin reguliert den Blutzuckerspiegel. Eine erhöhte Konzentration bewirkt jedoch ein starkes Absinken des Blutzuckerspiegels (unter den Ausgangswert), mit dem Ergebnis einer niedrigen Dopaminkonzentration und dem daraus resultierenden „kleinen Schmerz“ der Schöpfer. Kurz gesagt: konzentrierter Zucker macht hungrig und erzeugt die so genannten Entzugserscheinungen. Ein wichtiges Drogenkriterium ist damit erfüllt. Zucker kehrt seine positive Eigenschaft ins exakte Gegenteil um. Statt Hunger zu stillen macht er Hunger. Auch das kurzzeitig starke „Glücksgefühl“ wird schnell durch ein „Tief“ ersetzt. Beide Punkte haben zur Folge, daß der Konsument zu einer neuen Ration Zucker greift. Durch die psychische Wirkung des Zuckers verbindet das Gehirn, wie auch bei anderen Drogen, schnell den eingenommenen Stoff mit dem angenehmen Gefühl. Wie bei anderen Drogen reicht bereits der Anblick des Stoffes um eine Ausschüttung von Dopamin zu erzeugen. Ähnlich wie der Anblick eines Häufchens Kokain den Kokser fröhlich stimmt, erfreut den „Zuckerer“ bereits das Antlitz eines leckeren Schokoriegels oder einer Dose Cola.

 

Fehlen lediglich noch die körperlichen Nebenwirkungen. 

 

Psychisch:

Physisch:

 

 

Depressionen, Antriebsschwäche

Karies, Schädigung der Magenschleimhäute, Senkung des Blut-PH-Wertes, Sodbrennen, Magenreizung, Magengeschwüre, ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten, Hypoglykämie (Unterversorgung von Muskeln, Organen und dem Gehirn durch niedrigen Blutzuckerspiegel), Arteriosklerose, Übergewicht, Herz- Kreislauferkrankungen und Diabetes

 

Wir stellen fest, daß künstlich produzierter Zucker in der Tat als Droge eingestuft werden kann. Die Nebenwirkungen sind letztendlich noch schwerwiegender als bei einigen illegalen Drogen.

Alle Drogen haben die Eigenschaft, dem Konsumenten jederzeit ein Gefühl der Bereicherung zu geben, während sie sich daran machen, ihn physisch und psychisch nach unten zu ziehen. Dadurch erreichen sie, daß der Konsument sie nach dem ersten Versuch weiterhin einnimmt. Zucker hat den Vorteil, daß der Mensch von Natur aus darauf programmiert ist, ihn zu sich zu nehmen. Die „Abhängigkeit“ erreicht somit beim Zucker eine bisher von Drogen unbekannte Intensität. Könnten wir das Prädikat „Droge Plus“ vergeben, dürften wir keine Sekunde zögern, es dem Zucker zu verleihen.

 

„Aber worin besteht denn jetzt der Unterschied zwischen natürlichem und konzentriertem Zucker?“

 

Es gibt keinen Unterschied. Die so genannten Monosaccharide (Einfachzucker) sind die Grundbausteine aller Zuckerarten. Sie sind letztendlich sowohl in der Natur als auch in der konzentrierten Form enthalten. Zu den Einfachzuckern gehören u.a. Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker). Der bekannte weiße Haushaltszucker (Saccharose) ist ein Zweifachzucker, bestehend aus einem Molekül Fructose und einem Molekül Glucose. Die Polysaccharide (Vielfachzucker) sind, zu langen Ketten verknüpfte Zuckermoleküle. Ein Beispiel dafür ist die pflanzliche Stärke. Polysaccharide schmecken gering süß und werden im Darm zu Einfachzucker aufgespaltet. Alle Kohlenhydrate sind demzufolge in irgendeiner Form Zucker.

 

Die schädliche Wirkung entsteht beim Industriezucker wie folgt:

 

Industriezucker wird genau wie alle anderen Kohlenhydrate im Dünndarm umgewandelt. Damit der Körper den Zucker verwerten kann, muß er ihn mit Hilfe von Enzymen, Vitaminen und Mineralstoffen zersetzen. Natürliche Nahrungsmittel führen die zur Zersetzung nötigen Stoffe mit sich, nicht selten sogar im Überfluß, um eventuelle Mängel auszugleichen. Der isolierte Zucker hingegen steht allein da. Der Körper verwendet also Stoffe aus seinen Reserven, um die Saccharose in Glukose umzuwandeln. Konzentrierter Zucker entzieht dem Körper grundsätzlich lebenswichtige Vitalstoffe. Da purer Zucker keine lebensnotwendigen Substanzen mit sich führt, müssen andere Nahrungsmittel zurückstecken. Sind diese ebenfalls arm an Vitalstoffen, hat der Körper das Nachsehen. Das ist einer der Gründe für ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten. Neben dem für den Körper sehr wichtigen Vitamin B1 entzieht der Zucker auch noch Mineralien wie Kalzium, Phosphor, Magnesium und Chrom - ersatzlos.

Eine Abstinenz vom konzentrierten Zucker ist trotz des Wissens um die Negativität nahezu unmöglich. Fast alle produzierten Lebensmittel enthalten heutzutage Zucker. Selbst solche, von denen man es nicht erwartet, wie beispielsweise Ketchup, scharfe Kartoffelchips und Schinken. Hinzu kommt, daß mit Zucker jährlich Milliardensummen umgesetzt werden. Wo soviel Geld im Spiel ist, wird natürlich alles dafür getan, daß es bleibt wie es ist. Die Folge sind zahlreiche Ammenmärchen über Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel. Na dann Guten Appetit! Und nicht vergessen, den Kaffee zu süßen. (1)

 

Die Kaffeecrew:

 

Mit 160 Litern pro Person und Jahr ist Kaffee - früher ein teures Vergnügen - heute Alltagsgetränk und flüssiges Genussmittel Nr. 1 in Deutschland, das den Bierkonsum längst überflügelt hat.

 

Das Kaffee zu den Drogen zählt, ist hinlänglich bekannt. Doch ähnlich wie der Zucker ist er so sehr in die Gesellschaft integriert worden, daß harmlose Bedenkenträger zu freudlosen Miesmachern erkoren werden. Im Vordergrund ist und bleibt der Genuß. Obwohl man bei einem pro Kopf Verbrauch von einem halben Liter am Tag nicht mehr unbedingt von Genuß sprechen sollte. Aber sei’s drum. In unserer grausamen Leistungsgesellschaft braucht man ständig etwas zum genießen. 

 

Bevor wir den Kaffee in unsere Liste der Drogen aufnehmen, müssen wir sicher gehen, daß er neben dem Standardkriterium der psychoaktiven Wirkung auch unsere Drogenkriterien erfüllt: Er muß sich sowohl durch seine physischen als auch psychischen Nebenwirkungen auszeichnen. Und er muß dafür sorge tragen, daß die Leiden, die er heilt mit der Zeit durch ihn hervorgerufen werden.  

 

Kaffee „heilt“ vor allem die Müdigkeit, die Konzentrationsleistung, die Stimmung und den Antrieb. Koffein vereitelt die Arbeit des Neurotransmitters Adenosin*, fördert die Aufnahme von Serotonin und erhöht – wie alle anderen Drogen - die Dopaminkonzentration.

 

*Adenosin dient dazu die Gehirnzellen vor Überarbeitung zu schützen und signalisiert ihnen bei Bedarf eine Ruhepause einzulegen.

 

Und tatsächlich, werden auch beim „Kaffeegenuß“ die gelinderten Leiden mit der Zeit verstärkt. Verbietet man einem Kaffeetrinker seine morgendliche Tasse, kann man „genüßlich“ dabei zuschauen, was passiert. Es dürften in etwa folgende Symptome zu beobachten sein: Resignation, Niedergeschlagenheit, Schwunglosigkeit, leichte Irritiertheit und Angst, Müdigkeit sowie Arbeitsunlust. Als wissenschaftlich gesichert gilt die Erkenntnis, daß beim längerfristigen Konsum – bereits geringer Mengen – typische Abhängigkeitserscheinungen auftreten. Die häufigsten Symptome sind: Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine verminderte Konzentration.  Sie setzen in der Regel 12–24 Stunden nach der letzten Koffein-Einnahme ein, erreichen ihren Höhepunkt nach 20–40 Stunden und sind nach etwa einer Woche wieder abgeklungen. Vor allem der diffuse, frontal betonte, nicht pulsierende Kopfschmerz ist typisch. Nach neuerlicher Koffeinaufnahme vergeht er sofort wieder. Er kann mitunter sehr stark und unangenehm werden und ist ein entscheidender Motor für die Daueraufnahme.

 

Es steht demnach fest: Kaffee ist eine Droge und jemand, der beispielsweise das Rauchen aufgibt aber weiterhin Kaffee trinkt, kann nicht von sich behaupten, Abstinent zu leben.

 

Abschließend möchte ich noch kurz auf den so genannten „Koffeinismus“ eingehen. Die Experten streiten noch, ob man bereits bei sechs oder erst bei zehn Tassen pro Tag als Koffeinist gilt. In jedem Fall ist diese Spezies der Kaffeetrinker besonders gefährdet. Es drohen: Verwirrtheitszustände mit Personenverkennung, Erstickungsangst, Lähmungen, epilepsieartige Krämpfe, Bluthochdruck, Herzrasen bzw. -stolpern, Herz- und Kreislaufversagen sowie: Aggressivität, Angstzustände und depressive Verstimmungen.

 

Bleibt auch beim Kaffeetrinken nur zu sagen: ohne lebt es sich besser!

 

Um mir diverse Drohbriefe von Mitgliedern der Kaffee- und Zuckerfreunde zu ersparen, möchte ich an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß ich niemanden dazu überreden möchte, seinen Konsum einzustellen bzw. zu verringern.

 

(1)   Krankheiten durch Fabrikzucker; Verlag für Ernährung, Medizin und Umwelt Dr. med. M. 0. Bruker

 

 

 

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