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Buch

Einleitung
Teil1 - Phil. Sichtweisen
Teil2 - Wiss. Erklärungen
Teil3 - Lösungen
         Aufhören o. Weiterm.?
         Kein Ende in Sicht?
         Das Suchtgedächtnis
         Allg.Medizin
         Kurz und schmerzlos
         Vom Dunkel ins Licht
         Eine Ausnahme
         Abst. Drogenkonsum
         Zusammenfassung
Teil4 - Standpunkte
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Teil3 - Lösungen - Eine Ausnahme!

 

Eine Ausnahme!

 

The Return of „einmal und immer wieder“

 

 

Wunderbare Tage, Monate oder sogar Jahre sind seit dem letzten Konsum vergangen. Der ehemalige Konsument erlebte sie wie eine Neugeburt. Die Freude darüber, den Wirkmechanismus der Drogen endlich verstanden zu haben und der Drogenfalle entkommen zu sein, ist zeitweise unerträglich schön. Das Familienleben hat einen höheren Stellenwert eingenommen, viel Geld wurde gespart, Dinge, die vorher langweilig erschienen, werden jetzt mit Begeisterung erledigt, das Selbstvertrauen ist gestiegen und nichts scheint einen mehr in die Abhängigkeit stürzen zu können. Alles ist so, wie es vorhergesagt wurde.

 

Doch dann fängt urplötzlich und aus heiterem Himmel alles wieder von vorn an. Die Ausgangssituation ist der des allerersten Konsums verblüffend ähnlich. Auf einer Geburtstagsfeier wird der Entschluß gefällt, die Droge nur noch einmal zu nehmen. Es ist ein angenehmes Gefühl. Wie damals, beim ersten Mal. Nach dem Konsum behält die Erleichterung die Oberhand. Das war in jedem Fall nur eine Ausnahme. Abhängig? Nie wieder. Einige Tage vergehen, bis sich erneut die Gelegenheit für eine Ausnahme bietet. Die Grundstimmung ist noch ungetrübt. Warum also nicht? Und siehe da, auch dieses Mal verläuft problemlos. Es folgt die dritte, vierte und fünfte Ausnahme. Nach ein paar Monaten, in denen die Drogenkarriere wieder von vorn gestartet ist, folgt plötzlich ein böses Erwachen. Aus der Traum. Abstinenz? Nein, so was gibt es nicht und wird es nie geben. Einmal süchtig immer süchtig.

 

Die kleine Geschichte steht für eine Regel, die von keiner Ausnahme bestätigt werden kann, da es keine Ausnahme gibt. Für ehemalige Drogenkonsumenten, die darauf nicht vorbereitet sind, kommt mit nahezu hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit eines Tages der Moment, in dem sie sich großartig fühlen und felsenfest von der Unmöglichkeit eines Rückfalls in alte Zeiten überzeugt sind. Sie wagen es, die Droge nur ein einziges Mal zu sich zu nehmen.

Leider gibt es für sie ab diesem Zeitpunkt kein zurück mehr. Der Standardwirkmechanismus der Droge, wie wir ihn im Kapitel „einmal und immer wieder“ beschrieben haben setzt ein.

 

„Das ist doch aber kein Problem“ werden Sie jetzt vielleicht denken „der Konsument weiß ja bereits, wie leicht es ist, wieder aufzuhören“.

 

Leider liegt genau da das Problem. Der Konsument verliert nach so einem „Ausrutscher“ einen großen Teil seiner Zuversicht. Er bekommt Angst vor dem erneuten Versagen und entscheidet sich, in den meisten Fällen dafür, es vorerst nicht noch einmal zu versuchen. Die Schuld dafür sucht und findet er bei sich selbst. Er fühlt sich schwach und minderwertig.

 

Ein Abstinenzler ist kein trockener Drogenkonsument. Er befindet sich in der gleichen Situation wie ein Mensch, der noch nie Drogen zu sich genommen hat. Der einzige Unterschied besteht darin, daß er bereits aus praktischer Erfahrung weiß, wie Drogen wirken. Der erneute Test einer Droge wirkt auf ihn wie auf jemanden, der noch nie Drogen genommen hat. Beide machen es immer wieder.

 

Es ist daher wichtig für uns zu wissen, daß es beim Drogenkonsum keine Ausnahmen gibt. Egal ob für einen ehemaligen Konsumenten oder für einen „Neueinsteiger“. Denn es gilt immer die Regel ohne Ausnahme: „einmal und immer wieder“.

 

 

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