Ein Affe hat das Pech,
wohl Zeit seines Lebens nicht in den Genuß zu kommen, ein
Professor, ein Doktor oder ein Wissenschaftler zu sein.
Weiterhin hat er nicht die Möglichkeit, sich intensiv mit
Drogen und deren Wirkungen auseinanderzusetzen.
Anders der Mensch.
Professor, Doktor, Wissenschaftler und Drogenforscher wird
er beinahe über Nacht. Und so wundert es nicht, daß der
Mensch im Laufe der Jahrhunderte einen Berg voll
Weisheiten für angehende Drogenpensionäre angehäuft hat.
Betrachten wir uns einmal
die interessantesten, von Menschenhand geschaffenen
Methoden zur Suchtbekämpfung.
Medikamente:
Der Bekämpfung der
Opiatsucht widmen die Wissenschaftler einen großen Teil
ihres Forschungstriebes. So werden zur Zeit verschiedene
Mittel getestet, die das „Suchtgedächtnis“ auslöschen
sollen. Weiterhin gibt es Tests, in denen man
Heroinkonsumenten mehrmals täglich Opiate im Wechsel mit
Cortison verabreicht. Der Clou daran ist, daß die Opiate
dann verabreicht werden, wenn es der Konsument gar nicht
möchte. Sein „Suchtgedächtnis“ soll somit umstrukturiert
werden. Des Weiteren drängen unzählige Medikamente auf den
Markt, die die Aufgabe haben, bestimmte Rezeptoren zu
blockieren, die bei der Drogenwirkung beteiligt sind.
Leider werden auch diese von teilweise sehr heftigen
Nebenwirkungen überschattet. Meiner Meinung nach ist es
auch nicht besonders vorteilhaft, natürliche Rezeptoren zu
blockieren, da sie eine bestimmte natürliche Aufgabe zu
erfüllen haben. Aber ich bin kein Wissenschaftler und
halte mich da lieber raus.
Medikamente gegen die
bösen Entzugserscheinungen erobern ebenso den Markt. Einen
hohen Bekanntheitsgrad hat sich das Mittelchen Zyban
erkämpft. Es hilft die unkontrollierbaren Schmerzen beim
Entzug von Zigaretten zu lindern. Die einzigen Nachteile
dieser Wundermittel bestehen in den noch nicht absehbaren
Nebenwirkungen und im entstehen lassen von
Entzugserscheinungen!?
Auch die Anästhesisten
verdienen ein zusätzliches Taschengeld mit den
Drogenkonsumenten. Es gibt einige Kliniken, die
Drogenentzug unter Vollnarkose mit anschließender, etwa
einjähriger, Medikamentenbehandlung anbieten (1).
Na, wenn das keine feine Sache ist?
Alles in allem, ganz
tolle Möglichkeiten, die den Konsumenten „heilen“ aber
gleichzeitig keine wirklich, dauerhafte „Heilung“
garantieren.
Ersatzdrogen:
Ein weiterer interessanter
Trick, von den unliebsamen Drogen wegzukommen, besteht
darin, sich einfach andere Drogen mit ähnlicher Wirkung zu
verabreichen.
Klingt nicht
nachvollziehbar? Ist es auch nicht!
Die Idee heißt
Substitutionsbehandlung. Der Konsument klebt sich ein
Pflaster mit Drogen auf die Stirn oder nimmt ein paar
Pillchen ein, die eine ähnliche Wirkung haben, wie die
Droge, von der er loskommen möchte. Der Clou liegt darin,
daß der Konsument die Dosis langsam herunterschraubt, bis
er eines Tages bei null angelangt ist und als geheilt
gilt.
Echt schöne Idee, wenn
es darum geht, illegale Drogen als legal zu verkaufen. Dem
Konsumenten helfen tut so etwas aber wirklich nicht!
Vielleicht gelingt einigen
der Sprung in die Abstinenz. Aber nicht wegen sondern
trotz den Ersatzdrogen.
Therapien:
Selbst wenn ich wollte,
ich könnte an dieser Stelle nicht alle Therapien
aufzählen, die angeboten werden, da ich Jahre bräuchte, um
mich über alle zu informieren. Das Spektrum reicht von
Hypnose und Akupunktur über Meditation und Glaube an Gott
bis zu jahrelanger psychologischer Betreuung oder der
lebenslänglichen Mitgliedschaft in einer Gruppe von
anonymen Leidensgenossen. Einige von ihnen versprechen
Erfolg, andere wiederum nicht. Einige sollen mit ein wenig
innerem Kampf tatsächlich ein Leben lang wirken. Andere
halten nur für drei Monate. Fakt ist, daß fast alle den
Betroffenen unglaublich kämpfen lassen und ihm im Voraus
suggerieren, das sein Kampf ein Leben lang dauern wird und
er sich doch bitteschön auch ebenso lange als an der
Schwelle zur Krankheit lebend fühlen soll.
Allen Carrs – Easyway:
Der eindeutig beste
Ansatz, wenn es darum geht, dem Konsumenten „kurz und
schmerzlos“ die undurchsichtige Brille vom Kopf zu nehmen,
ist die Easyway-Methode. Ihr Begründer Allen Carr pocht
jedoch leider in seinen Büchern darauf, daß Drogen keine
Vorteile bieten. Er hat damit im Endeffekt recht, aber wie
wir wissen, bieten uns ausnahmslos alle Drogen eine ganze
Reihe von Vorteilen. Dennoch verbeuge ich mich persönlich
vor diesem Menschen, der mit seiner unkonventionellen
Methode und seinem weltweiten Netz von Beratungsstellen
dazu beigetragen hat, vielen Menschen einen Weg, abseits
der Drogen, zu zeigen.
Wir wollen im folgenden
nicht dazu beitragen, die Anzahl der Methoden um eine
weitere zu erhöhen. Unser Ziel ist es lediglich, mit
einigen Mythen im Bezug auf das Ende der Drogenkarriere
aufzuräumen.