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Buch

Einleitung
Teil1 - Phil. Sichtweisen
Teil2 - Wiss. Erklärungen
Teil3 - Lösungen
         Aufhören o. Weiterm.?
         Kein Ende in Sicht?
         Das Suchtgedächtnis
         Allg.Medizin
         Kurz und schmerzlos
         Vom Dunkel ins Licht
         Eine Ausnahme
         Abst. Drogenkonsum
         Zusammenfassung
Teil4 - Standpunkte
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Teil3 - Lösungen - Das Suchtgedächtnis

 

Das Suchtgedächtnis

 

Sind wir Tiere?

 

 

Ebenso viele Fragen, wie diese und ähnliche Experimente beantworten, fördern sie auch wieder ans Tageslicht. Denn: Was ist denn jetzt mit mir? Ich war eindeutig süchtig, bin es jetzt aber ebenso eindeutig nicht mehr und werde es auch eindeutig nie wieder sein. Habe ich demzufolge etwa kein „Suchtgedächtnis“? Habe ich mein „Suchtgedächtnis“ durch den häufigen Drogenkonsum zerstört? Oder bin ich etwa gar keine Ratte?

 

Ja, die Fakten sprechen dafür. Ich bin in der Tat keine Ratte. Ich bin größer, kann sprechen, trage eine Brille, habe keinen Schwanz am Hintern und zu allem Überfuß kann ich auch noch logisch denken und werde – im Gegensatz zu Ratten - als Vernunftwesen bezeichnet. Schade eigentlich. Das beweist aber noch lange nicht, daß ich kein „Suchtgedächtnis“ habe. Doch wo finde ich es? Und was hat es wirklich damit auf sich?

 

Wir haben das Dopamin als einen Antriebsmotor im Gehirn des Menschen entdeckt. Es sorgt dafür, daß bei jeder, sich bietenden Gelegenheit, eine Droge zu konsumieren, die innere Stimme sagt: „Mach schon! Nimm es!“. Als Gelegenheit haben wir eine Situation bezeichnet, die der ähnlich ist, bei der bereits in der Vergangenheit erfolgreich zur Droge gegriffen wurde. Die Anzahl, der im Gehirn gespeicherten Gelegenheiten, richtet sich folglich nach der Häufigkeit des Drogenkonsums. Ein Kettenraucher hat mehr solcher Situationen, als ein Gelegenheitskokser. Im Zuge der erhöhten Dopaminkonzentration entsteht beim Konsumenten automatisch ein Gefühl der „Lust auf Drogen“. Es ist schwer für ihn, dieses Gefühl abzuschalten und er spürt die Machtlosigkeit gegenüber dem „inneren Drang“ die Droge einnehmen zu müssen. Wir – bzw. die Forscher - bezeichnen diesen Drang als „Suchtgedächtnis“.

 

Die Frage, die sich jetzt aufdrängt lautet: „Warum hat ein Teil der ehemaligen Drogenkonsumenten scheinbar kein „Suchtgedächtnis“?“

 

Ich habe Ihnen weiter oben erzählt, daß ich im Bezug auf Kokain so genannte Dopaminhemmer eingesetzt habe. Ich wollte nicht die Kontrolle verlieren. Ich schwor mir, Kokain nur sehr selten zu konsumieren. Ich setzte bei jeder, sich bietenden Gelegenheit, dem aufkommenden Verlangen meine Angst vor der Abhängigkeit entgegen. Die Dopaminkonzentration habe ich auf diesem Weg verringert und mir die Lust auf die Droge genommen. Leider war der Einsatz meiner Willenskraft nicht von langfristigem Erfolg gekrönt. Es ergaben sich immer häufiger sogenannte Ausnahmesituationen. Mit einer entsprechenden inneren Rechtfertigung wie zum Beispiel: „einmal mehr schadet bestimmt nicht“. Das Resultat einer solchen Ausnahme war ein neuer Eintrag in mein „Suchtgedächtnis“.

Jeder willentlich herbeigeführte Einsatz von Dopaminhemmern kostet viel Kraft und Energie und bewirkt leider keine Löschung des „Suchtgedächtnisses“. 

Und dennoch: Wir sind weder Nager noch Affen. Im Gegensatz zu unseren tierischen Kollegen haben wir die Möglichkeit, uns Strategien im Umgang mit unserem „Suchtgedächtnis“ einfallen zu lassen. Wir sind nicht gezwungen, eine Verhaltensweise, die unser Überleben gefährdet fortzuführen.

 

Ja, wir können aufhören! Ja, das Ende ist in Sicht!

 

 

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