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Buch

Einleitung
Teil1 - Phil. Sichtweisen
Teil2 - Wiss. Erklärungen
Teil3 - Lösungen
         Aufhören o. Weiterm.?
         Kein Ende in Sicht?
         Das Suchtgedächtnis
         Allg.Medizin
         Kurz und schmerzlos
         Vom Dunkel ins Licht
         Eine Ausnahme
         Abst. Drogenkonsum
         Zusammenfassung
Teil4 - Standpunkte
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Teil3 - Lösungen - Kein Ende in Sicht?

 

Kein Ende in Sicht?

 

Vielleicht hinterm Horizont

 

 

Der Kampf ist zu Ende. And the winner is: Droge.

 

Wir haben getan was wir konnten. Wir haben alles versucht was in unserer Macht lag. Geben wir uns geschlagen. Konsumieren wir weiter.

 

Den Beweis für unsere Resignation liefern zahlreiche Experimente mit Tieren. Unser bereits oben erwähntes Forscherteam um Prof. Jochen Wolffgramm fand in einem sogenannten „Retest“ folgendes heraus: Wird einem bereits süchtigem Nager die Droge bis zu neun Monaten entzogen - also ungefähr ein Drittel Rattenleben - bleiben sie zwangsweise "trocken". Bietet man ihnen nach der langen Abstinenz wieder Drogen an, nehmen die Ratten diese sofort freiwillig und in extrem hohen Dosen zu sich. Und zwar auch dann, wenn der angebotene "Cocktail" extrem unangenehm schmeckt, weil ihm Bitterstoffe beigemischt sind. Ein derartiger "Kontrollverlust" ist ein untrügliches Zeichen für die Diagnose "Sucht" - bei der Ratte ebenso wie beim Menschen. Ein weiteres Kriterium aus der Humanmedizin ist der "Reversibilitätsverlust": Der Drang nach Drogen bleibt auch nach mehrmonatiger Abstinenz erhalten. Es ist unumkehrbar. "Es muß sich also eine Art „Suchtgedächtnis“ gebildet haben", folgert Wolffgramm. Doch bei der Suche nach den Veränderungen im Rattenhirn stehen die Forscher vor einer Schwierigkeit: Sie müssen zwischen Veränderungen, die Drogen als Substanz im Hirn anrichten, und solchen, die Zeichen einer Sucht sind, unterscheiden. Den findigen Wissenschaftlern gelang es aber dennoch, das „Suchtgedächtnis“ im Hirn zu orten. Denn Ratten werden nur süchtig, wenn man ihnen die freie Wahl läßt. Tiere, die zum Drogenkonsum gezwungen werden, dagegen nicht (siehe da!). Neurochemiker der Arbeitsgruppe verglichen die Hirne der freiwillig süchtigen Ratten  mit denen der zwangsweise berauschten und wurden fündig: Sie stießen auf Veränderungen in der Signalverarbeitung in der "nigrostriatalen Bahn". Dieser Hirnbericht ist auch beim "normalen“ Verhalten für relativ feste Reiz-Reaktionsbeziehungen zuständig und grenzt an jenen Teil, der für das flexible Umgehen mit der Umwelt verantwortlich ist.

 

Das heißt im Klartext: Sowohl Nager als auch Menschen haben Pech gehabt. Es entsteht ein „Suchtgedächtnis“. Dem Konsumenten bleibt gar nichts anderes übrig, als zeit seines Lebens weiterhin Drogen zu nehmen. Immerhin nimmt das eine gewaltige Last von den Schultern der Konsumenten. Man kann ihnen jetzt nicht mehr vorwerfen, sie unternehmen nichts gegen ihre Sucht und sind selber Schuld. Mit so einem „Suchtgedächtnis“ ist eben nicht zu spaßen. Ist es einmal da, ist alles zu spät.

 

 

teil33.htm