Teil2 - Wissenschaftliche
Erklärungen - Wiss. Ergründung des Schlechten
Wissenschaftliche
Ergründung des Schlechten
Eine Berg- und Talfahrt
Wir wissen spätestens seit
dem Ende des ersten Teils, daß Drogen etwas eindeutig
Schlechtes sind. Doch wie immer liegt auch in diesem Fall
die Beweislast auf unseren Schultern.
Im letzten Kapitel haben
wir nachgewiesen, daß die geläufigsten Aussagen über
Drogen eindeutig der Wahrheit entsprechen. Leider
hinterlassen Sprüche wie: „die oder die Droge ist
unerläßlich bei …“ oder: „die oder die Droge ist
ausgesprochen gesund“ einen zweifelsfrei positiven
Eindruck von der entsprechenden Substanz. Dennoch soll
unsere aktuelle Aufgabe darin bestehen, die Schlechtheit
von Drogen zu beweisen. Es ist daher unerläßlich, die
bekannten Aussagen noch einmal etwas genauer unter die
Lupe zu nehmen. Möglicherweise entdecken wir doch noch ein
paar negative Aspekte an ihnen. Beginnen wir wieder am
Anfang.
„Rauchen vermindert
Streß und wirkt beruhigend“.
Wir haben herausgefunden, daß eine Zigarette ähnliche
Gefühle in uns weckt, wie ein Kuß. Doch, wirken Zigaretten
in der Tat beruhigend? Nein! Das genaue Gegenteil trifft
zu. Rauchen streßt. Andy Parrott, Psychologe an der
University of East London sagt: „Wer raucht, um Streß
abzubauen, fügt sich selbst nur weiteren Streß zu, denn
der scheinbar entspannende Effekt des Rauchens kommt nur
dadurch zustande, daß durch den Griff zur Zigarette die
Spannung, die durch ein Sinken des Nikotin-Levels
entstanden ist, wieder aufgehoben wird.“ Und weiter: "Die
gewohnheitsmäßigen Raucher brauchen jedoch bald eine
weitere Zigarette, um die neuen Abstinenzsymptome, die
sich wieder einstellen, zu bekämpfen. Das wiederholte
Empfinden negativer Stimmungen zwischen den Zigaretten
bedeutet, daß Raucher dazu neigen, ein leicht
überdurchschnittliches tägliches Streß-Niveau zu erleben.
Somit scheint Nikotin-Abhängigkeit eine direkte Ursache
von Streß zu sein."
Das stärkste Argument für
diese These sind wohl die zahlreichen
Forschungsergebnisse, die belegen, daß das Abgewöhnen des
Rauchens Streß reduziert.
Einen weiteren Beweis
liefert ein Blick auf die beim Rauchen freigesetzten
Neurotransmitter. Durch den Konsum werden diese in
erhöhter Konzentration ausgeschüttet. Bei Nachlassen der
Wirkung verringert sich die Konzentration wieder und sinkt
auf ein niedrigeres Level. Die freigesetzten
Neurotransmitter bewirken zunächst ein Gefühl der
Entspannung und bauen den Streß ab. Im Anschluß lassen sie
aber genau den entgegengesetzten Gefühlen freien Lauf.
Es entsteht Streß und Ver- bzw. Anspannung. Zur
Beseitigung der entstandenen Negativgefühle ist eine
erneute Zigarette nötig. Das „Spiel“ nimmt seinen
Lauf.
„Alkohol vertreibt
Kummer und Sorgen“.
Als Beweis für diese Aussage diente uns die betäubende
Wirkung des Alkohols auf zahlreiche Rezeptoren. Wie jeder
weiß, der Alkohol schon einmal dazu benutzt hat, seinen
Kummer zu ertränken, ist selbiger am nächsten Morgen
wieder da. Lediglich mit dem Unterschied, noch etwas
schlimmer geworden zu sein. Nun gut, daß muß nichts mit
dem Alkohol zu tun haben, vielleicht wäre der Kummer auch
ohne Besäufnis am nächsten Tag größer gewesen. Vielleicht
aber auch nicht.
Auf Alkohol trifft
ähnliches zu wie auf Nikotin. Er bringt genau die
Mißstände hervor, die er zu bekämpfen scheint. „Alkohol
macht Kummer und Sorgen“. Wir wissen bereits, daß Alkohol
eine Veränderung verschiedenster Neurotransmittersysteme
zur Folge hat. Vor allem das dopaminerge und das
serotoninerge System werden negativ beeinflußt. Die
Auswirkungen einer zu geringen Dopamin- und
Serotoninkonzentration sind ebenfalls bekannt. Eine
niedrige Dopaminkonzentration zieht Müdigkeit,
Kraftlosigkeit und Desinteresse nach sich. Bei niedriger
Serotoninkonzentration kippt die Stimmungslage.
Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Ängste oder
Depressionen sind die Folge. Obwohl die Transmittersysteme
erst bei mehrmaligem Alkoholgenuß in Mitleidenschaft
gezogen werden, sinkt – vorübergehend - die Dopamin- und
Serotoninkonzentration bei jedem Nachlassen der
Alkoholwirkung. Wir haben damit bewiesen, was man uns
sowieso schon immer erzählt hat: „Ertränke Deine Sorgen
und Nöte nicht im Alkohol. Sie werden dadurch nur noch
schlimmer!“ und fügen hinzu: „…und entstehen letztendlich
erst durchs Trinken“.
„Cannabis erweitert den
Horizont“. Die
Begründung dafür lag in dem Punkt, daß die Fähigkeit des
visuellen Systems, bestimmte unpassende räumliche
Wahrnehmungen wegzuretuschieren, durch Cannabinoide
behindert wird. Es ist jetzt ein leichtes, darauf
hinzuweisen, daß die Betonung in diesem Satz auf
„unpassende“ liegen muß. Wir wurden von der Natur (oder
wem auch immer) nicht als fast- oder halbfertig
geschaffen. Alle Funktionen in unserem Körper sind perfekt
aufeinander abgestimmt. Alles hat seinen Sinn. Es hat
demzufolge auch einen Sinn, wenn unser visuelles System
die Fähigkeit besitzt, räumliche Wahrnehmungen
wegzuretuschieren – weil sie halt unpassend sind. Aber das
beweist noch lange nicht, daß Cannabis schlecht ist.
Cannabis war meine
absolute Lieblingsdroge. Ich konsumierte es zeitweise noch
häufiger als Nikotin. Nach meinem ersten Bekifftsein
dauerte es nicht lange, bis ich dieser „Beschäftigung“
jeden Tag nachging. Da das Geld damals nicht für meinen
Bedarf – etwa 2 Gramm am Tag - ausgereicht hat, nutzte
ich meine kaufmännischen Fähigkeiten kurzum für einen
(noch) nicht anerkannten Nebenjob. Die „Arbeit“ bot mir,
neben der kostenlosen Eigenversorgung, eine lukrative
Nebeneinnahme – und das steuerfrei! Bald gab es nur noch
wenige Stunden im Monat, an denen ich nicht bekifft
herumhing. Von der Realität bekam ich zu dieser Zeit nicht
sehr viel mit. Später setzten die ersten Depressionen ein
– zu einer Zeit in der ich bereits die anderen Drogen
hinter mir gelassen hatte. Ich wollte auch das Kiffen
aufgeben, doch es stellte sich als schwerer heraus als ich
dachte. Ich brauchte insgesamt zwei Jahre. Ich nahm mir
jeden Abend vor, am nächsten Tag nicht zu kiffen - es
funktionierte nicht ein einziges Mal. Meine psychische
Verfassung litt sehr darunter. Ich kapselte mich von jedem
– bis auf meine kiffenden Freunde – ab, bekam regelrecht
Angst vor Menschen und wurde immer depressiver. Ich kann
rückblickend nicht gerade behaupten, daß das Kiffen meinen
geistigen Horizont in irgendeiner Art und Weise verändert
oder gar verbessert hat. Es dauerte fast ein Jahr, bis
mein Kurzzeitgedächtnis wieder einigermaßen zu gebrauchen
war. Von den unglaublich „revolutionären“ Gedanken, die
ich damals hatte, ist nichts geblieben. Ich freue mich
lediglich darüber, daß - wenn ich an das Kiffen erinnert
werde – ich diesen unglaublichen Blödsinn nicht mehr
machen muß. Zudem kenne ich persönlich nicht wenige
Menschen, die dank einer durch Cannabis ausgelösten
Psychose in eine psychiatrische Klinik eingeliefert werden
mußten.
Ich möchte mich an dieser
Stelle nicht als Moralapostel auftun. Es gibt mit
Sicherheit genug Konsumenten, die mit diesen oder
ähnlichen Problemen nie zu tun haben werden. Doch auch ein
gelegentlicher Konsum von Cannabis hinterläßt seine
Spuren. Cannabis schädigt die Bronchien und hat gegenüber
dem Nikotin ein fünffach höheres Krebsrisiko. Die bei
einmaligem Konsum auftretenden Nebenwirkungen habe ich im
ersten Teil bereits erwähnt. Cannabis erhöht ebenfalls
(wie Nikotin und Alkohol) die Serotonin- und
Dopaminkonzentration. Nach Abklang der Wirkung sinkt der
jeweilige Spiegel wieder. Die bekannten „Nebenwirkungen“
kommen zum Vorschein.
Die nachweislich
auftretenden psychischen Nebenwirkungen bei häufigem
Cannabiskonsum sind: Kritikschwäche, Scheintiefsinn,
Einstellungs- und Haltungsveränderungen, vermehrte
Selbstzuwendung, Selbstbeobachtung, Selbstbeschäftigung,
Mangel an sozialem Interesse, Abwendung von
Leistungsverpflichtungen und Leistungsnachlaß. Daraus
können wir schließen, daß Cannabis nicht den Horizont
erweitert, sondern eher verkleinert.
Übrigens: die
Cannbinoide haben eigene Rezeptoren im Gehirn, an denen
sie „andocken“ und dadurch die bekannte Cannabiswirkung
hervorrufen. Diese Rezeptoren sind selbstverständlich
nicht dazu da, weil sie darauf warten, daß man kifft. Wir
besitzen einen körpereigenen Transmitter, der dem
Cannabinoid sehr ähnlich ist. Das Anandamid. Es ist
normalerweise dafür verantwortlich, daß wir Schmerzen und
Kleinigkeiten vergessen sowie friedfertig und gesellig
werden. Anandamide sind für die so genannte rosarote
Brille verantwortlich.
„Kokain fördert die
Kreativität“.
Durch den aktivierten
fight/flight/fright-Urinstinkt und die gleichzeitige
Steigerung des Wohlbefindens, kann sich der Konsument mit
allen Sinnen einer bestimmten Tätigkeit widmen. Um das
Ergebnis vorweg zu nehmen: Kokain macht nicht kreativer.
Es macht aus einem Tischler keinen Maler. Der Künstler
braucht ein gewisses Potential und muß von hause aus
kreativ sein. Lediglich die gesteigerte Aufmerksamkeit
begünstigt das Umsetzen von bereits vorhandenen Ideen.
Beim Kokain sind, bis auf
das Endorphin, ähnliche Neurotransmitter wie beim Nikotin
beteiligt. Die Unterschiede bestehen lediglich darin, daß
die Konzentration nicht erhöht, sondern der Abbau gehemmt
wird und daß die Konzentration während der Kokainwirkung
erheblich höher ist als nach einer Zigarette. Wie bei
anderen Drogen endet auch die Wirkung von Kokain
irgendwann. Die Konzentrationen der Neurotransmitter
fallen extrem ab. Die akuten Folgen sind Angstzustände,
leichte bis schwere Depressionen und in einigen Fällen
Verfolgungswahn, der in aggressive und selbstschädigende
Handlungen münden kann.
„Rotwein verringert das
Herzinfarktrisiko“.
Das ist, wie bereits erwähnt, in verschiedenen Studien
nachgewiesen worden. Tatsächlich senken die Phenole das
Herzinfarktrisiko. Phenole sind im Wein enthalten, weil
sie aus den Beeren herausgelöst werden. Dieses, zum
Beispiel durch die Deutsche Weinakademie verbreitete
Argument, ist ehrlich gesagt ziemlich haarsträubend.
Rotwein enthält, neben den Phenolen weiterhin Alkohol!
Trauben essen und rote Beerensaft trinken scheint daher
eindeutig empfehlenswerter.
Übrigens: Täglich ein
wenig Heroin ist sehr zu empfehlen, da in neuesten Studien
ein Zusammenhang zwischen Heroinkonsum und vermindertem
Risiko, an Nebenhodenkrebs zu erkranken, nachgewiesen
wurde. Verantwortlich dafür ist das im Heroin enthaltene
…
„Keine Party ohne Speed
oder/und Ecstasy“.
Den Beweis für die Wahrheit dieser Aussage finden Sie
weiter oben. An der Wirkung beteiligt sind, ähnlich wie
bei Kokain, die bekannten Neurotransmitter mit Ausnahme
der Endorphine. Die Leistungsbereitschaft wird enorm
gesteigert und es kann bis in die Morgenstunden getanzt
werden. Der Nachteil liegt auch bei diesen Drogen im
Absinken der Neurotransmitterkonzentration mit den
bekannten Folgen.
Doch es geht ja um die
Party. Persönlich empfand ich es nach jedem Konsum dieser
Drogen als sehr negativ, noch Tage später die körperlichen
Auswirkungen zu spüren. Stundenlanges tanzen ist für
jemanden, der außerhalb der Diskothek keinen Sport treibt
nicht wirklich empfehlenswert. Der menschliche Körper hat
eine natürliche Schranke, die sich bei allzu großer
sportlicher Anstrengung schließt und signalisiert: STOP!
Durch die Ausschüttung von Noradrenalin und Adrenalin
bleibt diese Schranke den ganzen Abend über offen.
Tagelange Gliederschmerzen sind die Folge. Die Drogen
beeinflussen jedoch nicht die freie Wahl. Man kann sich
selbstverständlich für weniger sportliche Betätigung
entscheiden.
Wenn es also nicht um das
lange tanzen geht, worum geht es dann? Vielleicht um den
Spaß? Ich kann mich noch an Partys erinnern, die vor
meiner Drogenkarriere stattfanden. Irgendwie hatte ich
auch dort viel Spaß. Noch genauer kann ich mich an
verschiedene Partys der neueren Zeit erinnern. Irgendwie
habe ich auch heute noch viel Spaß. Ich kann mich aber
genausogut an Partys während meiner Drogenkarriere
erinnern. Ich sehe mich noch genau mit meinen Freunden
deprimiert in der Ecke sitzen, wenn die Drogen einmal
später kamen. Es gab auch Abende, an denen die Lieferung
ganz und gar ausblieb. Das niederschmetternde Gefühl dabei
ist mit Worten nicht zu beschreiben. Die Party war in
diesem Fall sofort beendet. Mich konnte dabei nicht einmal
die Gewißheit aufheitern, den nächsten Tag ohne
Depressionen erleben zu können. Heute ist mir klar:
„Gerne Party! Aber ohne Speed oder/und Ecstasy“.
„Heroin gibt den einzig
wahren Kick im Leben“.
Den Beweis dafür haben wir erbracht. Daran gibt es auch
nichts zu zweifeln. Doch mal ehrlich, würden Sie als
Nichtkonsument deshalb zu Heroin greifen? Mit Sicherheit
nicht. Sie kennen die verheerenden Folgen.
Und als Konsument? Können
Sie sich im Spiegel in die Augen schauen und sagen: „ein
Glück, daß es Heroin gibt“? Mit Sicherheit nicht.
Ich denke, mehr gibt es
zur Negativität dieser Droge nicht zu sagen.
1.Drogen
dienen dem Konsumenten zunächst als körperliche oder
emotionale Bereicherung (z.Bsp.:
bauen Streß ab)
2.Sie kehren
diese Bereicherung anschließend ins Gegenteil um und
wirken sowohl körperlich als auch emotional schädigend
(z.Bsp.:
rufen Streß hervor)
3.Die bei
weiterem Konsum als Bereicherung empfundene Wirkung dient
lediglich als vorübergehende „Reparatur der entstandenen
Schäden“ (z.Bsp.:
hervorgerufener Streß wird nur noch vorübergehend abgebaut)
4.Die Schäden
werden mit der Zeit immer größer. (z.Bsp.:
Streß wird größer)
5.Bei
Dauerkonsum können die Schäden nicht mehr ausgeglichen
werden, obwohl die Wirkung nach wie vor als „Reparatur“
empfunden wird. (z.Bsp.:
Streß bleibt trotz Konsum)
Einem Kind wird immer
gesagt: „geh nicht mit fremden Erwachsenen mit, da diese
lediglich am Anfang freundlich sind um Dir später etwas
Schlimmes antun zu können.
In Bezug auf Drogen könnte
man sagen: „bitte nimm keine Drogen ein, da diese
lediglich am Anfang eine positive Wirkung zeigen um Dir
später etwas Schlimmes antun zu können!