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Buch

Einleitung
Teil1 - Phil. Sichtweisen
         Der Stand der Dinge
         Das erste Mal
         Einmal und immer wieder
         Immer die anderen
         Gut vs. Schlecht
Teil2 - Wiss. Erklärungen
Teil3 - Lösungen
Teil4 - Standpunkte
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Teil1 - Philosophische Sichtweisen - Das erste Mal

 

Das Erste Mal

 

Warum gehen wir „klugen“ Menschen den Drogen nicht einfach aus dem Weg?

 

 

Warum hat der Junge aus unserem Gedankenspiel damit angefangen sich brennende Stangen in den Mund zu stecken?

 

Wir haben, im Gegensatz zu den Thalianern, die Möglichkeit mehr über den Jungen zu erfahren. Wir sehen ihn nicht nur auf stummen Bildern. Wir können ihm zuhören und nehmen den gesellschaftlichen und kulturellen Einfluß auf ihn war. Nach einigen Recherchen kommen wir zu dem Schluß, daß verschiedene Faktoren für sein „erstes Mal“ verantwortlich sind.

 

Im Laufe seines Lebens saugte er allerhand Informationen über das Rauchen in sich auf:

Da war im Alter von 10 Jahren der Videofilm in der Schule, in dem eine schwarze Raucherlunge gezeigt und die zahlreichen Nachteile, die ein Raucherleben mit sich bringt, erklärt wurden. Er schwor sich im Anschluß, niemals auch nur eine Zigarette in seinen Mund zu stecken. Kurz darauf suggerierten ihm zahlreiche Plakatwände, daß die Freiheit nicht ohne Marlboro zu erreichen sei. Er nahm die Botschaft unterbewußt und ohne dagegen zu rebellieren auf. Es verstrichen ein paar Jahre, die ihn in der Sicherheit wogen, niemals mit dem Rauchen anzufangen; denn schließlich kannte er die Gefahren.

 

Mittlerweile war er fast fünfzehn Jahre alt und mitten in der Pubertät. Die coolen Jungs aus seiner Klasse hatten sich bereits mit den kleinen Glimmstengeln angefreundet. Sein Interesse wuchs. Warum war es verboten, wenn es doch fast alle taten? Sollte er wirklich die im Videofilm gesehenen Horrorszenarien durchmachen müssen? Warum hatte er auch alte Männer - scheinbar zufrieden - rauchen gesehen? Was war also so schlimm daran? Wollte man ihm etwas vorenthalten? Selbst Winnetou raucht schließlich - eine Pfeife.

Er spielte bereits ein wenig mit dem Gedanken es zumindest einmal zu probieren. Seine rauchenden Freunde redeten weiter auf ihn ein. Er zögerte noch ein paar Tage. Dann war er so weit.

 

Der junge Mann hatte keine Chance. Er konnte der Versuchung nicht widerstehen. Die Frage, nach dem genauen Auslöser für seinen Griff zum Glimmstengel, soll an dieser Stelle noch unbeantwortet bleiben. Unser Interesse wecken vorerst die anderen Drogen. Wie verhält es sich bei Alkohol, Cannabis, Speed, Ecstasy, Kokain und Heroin? Ist es auch bei diesen Drogen so schwer, sich vor ihrem Konsum zu schützen?

 

Bei Alkohol ist die Hemmschwelle der meisten Menschen bereits lange vor dem ersten Konsum kaum vorhanden. Wir bekommen als Teenager ganz nebenbei mit, daß Alkohol eine Droge ist, die schwere Erkrankungen nach sich zieht. Im Gegensatz zum Inhalieren von Qualm ist das Trinken eines überall erhältlichen „Durstlöschers“ aber nichts Ungewöhnliches. Trinken, daß lernen wir von klein auf, ist lebenswichtig. Rauchen, auch das lernen wir, ist schädlich. Zudem sehen wir kaum einen Film im Fernsehen, in dem kein Alkohol getrunken wird. Und spätestens nach dem Besuch unserer ersten Party wissen wir es. Alkohol gehört dazu. Er verbreitet eine prima Stimmung und das anfängliche Erbrechen, sowie der Kater am nächsten Morgen, gelten vor allem unter jungen Männern als eine Art Eintrittskarte ins Erwachsenenleben. Also: „ran an den ersten Schluck!“

 

Große Diskussionen um Legalität und Illegalität kreisen seit einigen Jahren um eine andere, Qualm erzeugende Droge. Die Rede ist von Cannabis, THC, Gras oder wie auch immer das grüne Kraut in Ihren Breitengraden genannt wird. Nichtkiffern wird die Entscheidung zum Konsum relativ leicht gemacht. Der Handel mit der Droge ist zwar verboten aber wegen einem Zug am Joint wurde bislang noch niemand eingebuchtet. Außerdem kommt man ohne große Mühe an zahlreiche Publikationen heran, die von der Harmlosigkeit und der gesundheitsfördernden Kraft der grünen Pflanze schwärmen. Diese - von anderen Hanffreunden in die Welt gesetzte - Beeinflussung macht die Hemmschwelle bereits fast dem Erdboden gleich. Lassen sich zudem, im eigenen Bekanntenkreis, noch ein paar kiffende Zeitgenossen finden, die von der beruhigenden Wirkung, der Spiritualität und der Bewußtseinserweiterung schwärmen, sollte das erste Mal in greifbare Nähe rücken. Ist dann auch noch jemand so nett, ein kleines Stückchen oder Büschchen zu besorgen, dürfte es endgültig schwer fallen nein zu sagen.

 

Weiter geht es mit den „lustigen“ Pillen und den weißen Pulverlinien. Ein Garant für jede Party sind die immer beliebter werdenden so genannten Designerdrogen. Fast jeder angehende Konsument sollte mittlerweile darüber aufgeklärt sein, daß diese Drogen schon so manchen Discogänger dazu gebracht haben, ein letztes Mal nach Luft zu schnappen. Aber Schwamm drüber und rein in die Nase (oder den Mund). Die grinsenden Gesichter der anderen verraten einem ja doch die Wahrheit. Willst du die Party deines Lebens? Dann greif zu!

 

Auch das in meiner Kindheit so verteufelte Kokain – ich stellte es immer auf eine Stufe mit Heroin - gewinnt immer mehr an Beliebtheit. Wie können sich die Friedmänner, Daums und Wecker dieser Welt irren? Der hohe Preis läßt lediglich einen Vergleich mit Champagner aufkommen, als daß er abschreckend wirkt. Also: Röhrchen in die Nase und hinter damit! Und mal ehrlich; fühlt man sich danach nicht großartig?

 

Wir schließen unseren kleinen Exkurs mit „der Droge schlechthin“. Es ist die einzig wahre Droge. Sie verkörpert das, was wir im allgemeinen unter Droge verstehen. Sie ist der Inbegriff für zudröhnen und sofort ganz tief fallen. Wir sehen, wenn wir ihren Namen hören sofort halbtote Junkiezombies vor uns. Wenn irgendein Stoff den Namen Droge verdient, dann ist es Heroin. Zu ihm erhalten nur einige auserwählte Zugriff. – Denn wer findet schon so schnell jemanden in seinem Bekanntenkreis, der Heroinsüchtig ist? Man muß wenigstens den Bahnhof sein Heim nennen, um die richtigen Kontakte zu knüpfen. Oder ist auch das nur ein Klischee? Besteht nicht auch für jeden anderen die „Chance“ einmal den Mut aufzubringen, um zu merken was für ein tolles Gefühl der erste Schuß bringt?

 

Wir können unsere kleine Abhandlung über das „erste Mal“ an dieser Stelle beenden, obwohl uns klar sein sollte, daß wir längst nicht alle erhältlichen Drogen aufgezählt haben. Aber dazu besteht auch kein Anlaß, denn wichtig ist lediglich, die gewonnene Erkenntnis, daß unter bestimmten Umständen, kein Mensch vor dem „ersten Mal“ gefeit ist.

 

Die nächste Frage lautet: Was passiert nach dem „ersten Mal“?

 

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