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Nikotin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 
Strukturformel
Bild:nicotine.png
Allgemeines
Name Nikotin
Summenformel C10H14N2
Andere Namen L-3-(1-Methyl-pyrrolidin-2-yl)-pyridin
Handelsbezeichnungen Destruxol
CAS-Nummer 54-11-5
Sicherheitshinweise
T+ (Sehr Giftig) N (Umweltgefährdend)
R- und S-Sätze R 25-27-51/53
S 36/37-45-61
MAK 0,5 mg/m³ oder 0,07 ppm
LD50 (Maus) 3 mg/kg
LD50 (Ratte) 50 mg/kg
LD50 (Mensch) 0,5 bis 1 mg/kg
Physikalische Eigenschaften
Dichte 1,01 g/cm³
Molmasse 162,2 g/mol
Schmelzpunkt -80 °C
Siedepunkt 247 °C
Dampfdruck 0,05 hPa (25 °C)
Löslichkeit Mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar
Soweit möglich und gebräuchlich wurden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Normbedingungen.

(Das) Nikotin (Nicotin), benannt nach Jean Nicot, ist ein organischer Stoff, ein Alkaloid, das nicht nur in der Tabakpflanze sondern auch vielen anderen Nachtschattengewächsen vorkommt, mit besonders hoher Konzentration in den Blättern. In der ganzen Pflanze kommt es mit einem Massenanteil von 5 Prozent vor. Nikotin ist ein starkes (Nerven)-Gift. Es ist eine farblose, ölige Flüssigkeit, die sich bei Luftkontakt braun färbt.

Eigenschaften

Das reine Nikotin ist bei Zimmertemperatur eine farblose, ölige Flüssigkeit. Nikotin ist wasserlöslich und hat einen tabakähnlichen Geruch. Es färbt sich an der Luft rasch braun. Nikotin gehört zu den Alkaloiden.

Biologische Wirkungen

Durch Nikotin altern Hautzellen schneller. Die Haut wirkt schlaff und grau.

Toxische Wirkung

Nikotin ist stark giftig für höhere Tiere, da es die Ganglien des vegetativen Nervensystems blockiert. Reines Nikotin wurde früher als Pflanzenschutzmittel Pestizide gegen saugende oder beißende Insekten (unter anderem Blattläuse) eingesetzt. Für die Pflanzen ist der Stoff gut verträglich und ist zudem biologisch gut abbaubar. Aufgrund der hohen Toxizität besteht für Nikotin jedoch seit den Siebziger Jahren ein Anwendungsverbot. Synthetisch hergestellte Insektizide wie beispielsweise E605 Parathion (ein Phosphorsäure-Ester) wurden als Ersatz verwendet.

Nikotin wird im Körper schnell oxidativ abgebaut, eine chronische Nikotinvergiftung kann also nicht auf einer Kumulation des Wirkstoffes beruhen. Man stirbt also nur deshalb nicht unmittelbar am Rauchen, weil sich das Gift so schnell im Körper verteilt und weil es schnell wieder abgebaut wird. Für ein Kleinkind kann aber bereits das Verschlucken einer Zigarette tödlich sein. Die tödliche Dosis für einen erwachsenen Menschen beginnt bei ca. 50 mg, damit ist Nikotin giftiger als Arsen oder Zyankali.

Karzinogene Wirkung

Karzinogene Wirkung wurde bisher (Stand 2004) nur für Ratten sicher bestätigt. Im US-Fachblatt "Journal of Clinical Investigation" wurde berichtet, dass Nikotin die Fähigkeit des Körpers blockiert, Zellen mit beschädigtem Erbmaterial zu zerstören. Derartige Zellen müssen aber vom Körper möglichst schnell abgebaut werden, weil sie sich sonst weitervermehren und zu Krebsgeschwulsten führen können. Darüber hinaus wurde im Fachblatt "Nature Medicine" berichtet, dass Nikotin die Bildung neuer Blutgefäße in Krebsgeschwulsten fördert, wodurch diese besser mit Nahrungsstoffen versorgt werden und schneller wachsen können.

Biochemische Wirkung

Nikotin wirkt als Agonist des Acetylcholins, einem bei der nervösen Erregungsweiterleitung vorkommenden Neurotransmitter. Hierbei bindet Nikotin an ACh-Rezeptoren des postsynaptischen Spalts und löst dort eine Depolarisation aus.

Sonstige Wirkungen

Nikotin führt zu einer Aktivierung der Thrombozyten, was wahrscheinlich der Hauptgrund für die vermehrten Gefäßerkrankungen bei Rauchern ist.

Entgegen früherer Untersuchungen wirkt sich Nikotin keineswegs positiv in Bezug auf Alzheimer aus. Es hat weder einen positiven noch einen negativen Einfluss auf die Entstehung der für diese Krankheit typischen Amyloid-Plaques. Jedoch fördert Nikotin die Entstehung schädlicher Ablagerungen im Inneren der Nervenzellen.

Nikotin in Genussmitteln

Suchtpotenzial

Nikotin gehört zu den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotential überhaupt und ist mit verantwortlich für die Sucht nach Tabakerzeugnissen.

Siehe hierzu: Nikotinsucht, Sucht, Lungenkrebs, Nikotinersatz, Nikotinsäure, Cold Turkey

 
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