Wenn wir ehrlich sind,
gibt es Tage an denen es uns nicht besser geht als einem
Forscher vom Thal. Wir „beobachten“ uns dabei, wie wir ein
Drogenritual ausüben und stellen uns eine der berühmten
„W-Fragen“:– Wieso, weshalb, warum?
Wir basteln eine Antwort
zusammen, indem wir uns ein paar gute Gründe zurechtlegen,
die für unseren Konsum sprechen. Gleichzeitig versuchen
wir die Nachteile zu verdrängen. Ab und an haben wir das
Pech, daß die verdrängten Nachteile sich in unser
Bewußtsein zurück mogeln. Wir werden sie nicht mehr los
und entscheiden uns für ein Leben in Abstinenz. Da wir
bemerken, daß auch die guten Gründe sich nicht so leicht
abschütteln lassen dauert es in der Regel nicht lange, bis
wir entnervt aufgeben und fleißig weiter konsumieren.
Irgendwann akzeptieren wir beide Seiten und verdammen
unseren Mangel an Willenskraft. Trotzdem hoffen wir
weiterhin, eine befriedigende Erklärung für unser
Verhalten zu finden und schnappen in den Medien alle
brauchbaren Informationen auf. Doch statt einer Lösung
finden wir lediglich noch mehr gute Gründe, nebst
Nachteilen. Wir senken unser Haupt und beschließen unser
„Projekt“ zu verlängern.