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Buch

Einleitung
         Auf dem Thal
         Das Experiment
         Die Auswertung
         Zurück zur Erde
Teil1 - Phil. Sichtweisen
Teil2 - Wiss. Erklärungen
Teil3 - Lösungen
Teil4 - Standpunkte
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Einleitung - Das Experiment

 

Das Experiment

 

Der Rollentausch

 

Bitte versetzen Sie sich einmal in die Lage eines der thalianischen Forscher:

 

Sie beginnen mit der Beobachtung Ihrer beiden „Sprößlinge“, an deren fünftem Geburtstag. Während Ihres gesamten Arbeitstages sitzen Sie vor zwei Monitoren. Ihre Arbeit bereitet Ihnen große Freude, da Sie sich in Ihren „Sprößlingen“ wiedererkennen und häufig Erinnerungen an Ihre eigene Jugend wachgerufen werden. Es vergehen wunderbare Jahre. Ihnen ist, als hätten Sie zwei eigene Kinder auf der Erde. Sie beobachten, wie beide größer werden und die Höhen und Tiefen des Lebens durchmachen. „Gemeinsam“ stehen Sie die verschiedensten Probleme und Problemchen mit ihnen durch und teilen jeden, auch noch so kleinen Erfolg Ihrer „Schützlinge“. Sie freuen sich darüber, daß beide gern Sport treiben und fiebern mit, als sie sich langsam dem anderen Geschlecht nähern. Letztendlich erstaunt sie immer wieder die verblüffende Ähnlichkeit zwischen dem Leben auf der Erde und dem Leben auf dem Thal.

 

Eines Tages macht der von Ihnen beobachtete junge Mann eine ungewöhnliche Erfahrung. Er bekommt von einem Artgenossen eine kleine dünne Stange geschenkt, steckt sie sich leicht zögernd in den Mund, kramt ein Feuerholz aus seiner Tasche und zündelt an ihr herum. Einen Moment später beginnt er kräftig zu Husten, stößt Rauch aus und fängt an zu lachen. Sein Gegenüber amüsiert sich köstlich darüber und saugt dabei völlig unbekümmert an seiner eigenen Stange.

 

Dieses erstaunliche Erlebnis begleitet Sie noch für den Rest des Tages. Sie wundern sich über das unerklärliche Verhalten der beiden Erdlinge. Es würde Ihnen niemals in den Sinn kommen, sich etwas Brennendes in den Mund zu stecken. So sehr Sie sich auch anstrengen, es fällt Ihnen keine plausible Erklärung ein.

 

In den folgenden Wochen beobachten Sie, wie Ihr „Schützling“ sich immer wieder dem „Stangenritual“ hingibt. Mit der Zeit scheint er sich daran zu gewöhnen und stellt das Husten ein. Ihre Verwunderung läßt nach. Sie akzeptieren das Verhalten als etwas typisch erdisches. Da Ihr weiblicher „Schützling“ diesem Zeitvertreib nicht nachgeht, erklären Sie es kurzerhand für etwas typisch Männliches. Sie ärgern sich sogar darüber, daß Sie wohl niemals in den Genuß kommen werden, sich eine kleine, brennende „Stange der Menschen“ in den Mund zu stecken.

 

Etwa zwei Monate später fällt Ihnen auf, daß der junge Mann ständig ein Päckchen mit vielen kleinen Stangen bei sich trägt und immer öfter eine davon in seinem Mund steckt. Selbst wenn er allein ist, kann er nicht die Finger davon lassen. So langsam stellen sich bei Ihnen erste Zweifel an der Theorie von dem netten „Ritual“ ein. Sie bemerken, daß es in dem Umfeld Ihres „Schützlings“ junge Männer gibt, die noch nie an diesem „Ritual“ teilgenommen haben. Sie verschärfen Ihre Aufmerksamkeit und hoffen, eine baldige Erklärung für das Verhalten zu finden.

 

Vorerst werden Sie aber Zeuge eines weiteren, ungewöhnlichen Schauspiels:

 

Ihr „Schützling“ sowie andere junge Männer nehmen ein schäumendes Getränk zu sich und fangen wenig später an, viel zu lachen, wild zu gestikulieren und fröhlich zu sein. Ihnen gefällt das und Sie freuen sich mit ihnen. Sie wundern sich nur, als etwas später die Mimik und Gestik der Jungs etwas unkontrolliert wird. Einige schwanken durch den Raum, anderen fällt es schwer, überhaupt noch gerade zu stehen. Kurz darauf bricht eine Schlägerei aus. Sie fangen an, sich ernsthaft Sorgen zu machen. Als sich dann noch einige übergeben müssen, möchten Sie am liebsten sofort Ihren Monitor ausschalten. Sie wünschen sich, diesem Treiben ein Ende setzen zu können. Doch dann denken Sie an vergiftete Getränke und bedauern die Jungs für deren schrecklichen Abend. Dieser Gedanke verschwindet, als sich in den darauffolgenden Wochen vermehrt ähnliche Szenarien abspielen. Alle scheinbar freiwillig.

 

Sie verstehen die Erdlinge nicht mehr, sind verwirrt und vor allem zweifeln Sie an Ihrem „Schützling“. Warum macht er so etwas? Warum benutzt er andauernd seinen Rachen als Ofen? Warum nimmt er freiwillig Brechmittel zu sich? Und warum gibt er fast sein gesamtes Taschengeld für solche Dinge aus?

Immer wenn Ihnen diese Fragen durch den Kopf gehen, schauen Sie auf den anderen Monitor. Mit Stolz betrachten Sie Ihren weiblichen „Schützling“. Ihr geht es prächtig, sie ist äußerst unternehmungslustig, freut sich des Lebens und ist mittlerweile zu einer jungen Dame herangewachsen. Kleine Stangen und vergiftete Getränke spielen in ihrem Leben keine Rolle.

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