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Dieser Artikel befasst sich mit dem speziellen
Alkohol Ethanol, der u.a. Ausgangsstoff für
alkoholische Getränke ist; die generelle Bedeutung des
Begriffs ist unter
Alkohol (Chemie) zu finden.
Alkohole sind eine Gruppe chemischer Verbindungen von
Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff.
Umgangssprachlich wird unter Alkohol speziell
der vom
Ethan abgeleitete
Alkohol mit der chemischen Bezeichnung
Ethanol (früher Äthanol) oder Ethylalkohol
verstanden. Generell werden in der
Chemie alle
organischen Verbindungen als
Alkohole bezeichnet, deren charakteristische
funktionelle Gruppe die Hydroxyl-Gruppe (-OH) ist.
Viele dieser Alkohole sind giftig. Daneben gibt es
andere wie das Glycerin oder die Zuckeralkohole, die das
nicht sind.
Der Begriff Alkohol entspringt dem
spanischen alcohol, was ursprünglich
feines, trockenes Pulver bedeutete und in der
Alchemistensprache verwendet wurde. Im
Arabischen steht al kuhl für Augenschminke.
Anmerkung: Im Folgenden bezeichnet Alkohol immer
die chemische Substanz Ethanol (C2H5OH)
Alkohol
Alkohol ist in
alkoholischen Getränken enthalten und ist eine der
am weitesten verbreiteten
Drogen.
Alkohol enthaltende Getränke (mit Angabe des
Alkoholgehaltes in Volumenprozent):
- reifer
Kefir: bis ca. 3 %
-
Bier
- Leichtbiere: 1-2,5 %
- Vollbiere (am häufigsten getrunken): ca. 3-5 %,
meist um 5 %
- Starkbiere: 6-12 %
-
Weine: 7-14 %, meist um 12 % und mehr bei
Rotweinen
-
Liköre: ca. 15-75 %, meist unter 30 %
-
Spirituosen: ca. 30-96 %, meist ca. 40 %
Alkohol kann jedoch auch in Form von
Brennspiritus eingekauft werden. Dieser enthält
meist 96 % Ethylalkohol, der mit Hilfe von
Vergällungsmitteln ungenießbar gemacht wurde.
Vergällter Alkohol ist nämlich von der
Genussmittelsteuer befreit, Trinkalkohol nicht.
Die Einschränkung der Verfügbarkeit ist eine der
wenigen wirksamen Maßnahmen, die ein Staat besitzt, um
den Alkohol-Gesamtkonsum und damit die alkoholbedingten
Schäden zu vermindern: Zum Beispiel Laden- und
Ausschank-Öffnungszeiten; Anzahl der Betriebe, die
Alkohol verkaufen dürfen; Bewilligungen für
Alkoholverkauf an Bedingungen knüpfen (Lizenz, Gebühren,
Wirteprüfung, etc.); gesetzliches Mindestalter (mit
Kontrollen und Strafen).
Herstellung
Alkohol entsteht u. a. bei der Vergärung von
zucker- oder
stärkehaltigen Substanzen durch
Hefen oder
Bakterien. Daher wird dieser Prozess kontrolliert
mit einer Reihe von Nahrungsmitteln durchgeführt,
wodurch zum Beispiel
Wein (aus
Weintrauben) oder
Bier (aus
Malz und
Hopfen) entstehen. Durch
Destillation kann der Alkoholgehalt
noch erhöht bzw. fast reiner Alkohol (Azeotrop)
gewonnen werden. Solche Getränke bezeichnet man als
Spirituosen (z. B.
Whiskey,
Cognac,
Schnaps,
Wodka oder
Rum).
Liköre sind Spirituosen, denen nach der
Destillation noch
Zucker und
Aromen zugesetzt werden.
Aufnahme und Abbau
Alkohol wird im gesamten
Magen-Darm-Trakt
aufgenommen. Dies beginnt bereits in der
Mundschleimhaut. Der dort aufgenommene Alkohol geht
direkt in das Blut und wird damit über den gesamten
Körper einschließlich des
Gehirns verteilt. Der im Darm aufgenommene Alkohol
gelangt dagegen zunächst mit dem Blut in die Leber, wo
er teilweise abgebaut wird. Die Alkoholaufnahme wird
durch Faktoren, die die Durchblutung steigern, erhöht,
beispielsweise Wärme (Irish
Coffee,
Grog), Zucker (Likör) und
Kohlenstoffdioxid (sog. Kohlensäure in
Sekt). Fett dagegen verlangsamt die Aufnahme. Dies
führt aber nicht zu einer niedrigeren
Resorption des Alkohols insgesamt, sondern nur zu
einer zeitlichen Streckung. In der Leber wird der
Alkohol durch das Enzym
Alkoholdehydrogenase zu
Ethanal (H3C-CHO) abgebaut, das weiter zu
Ethansäure (Essigsäure) oxidiert wird. Die
Ethansäure wird über den
Citratzyklus und die
Atmungskette in allen
Zellen des Körpers unter Energiegewinnung zu CO2
veratmet. Das Zwischenprodukt Ethanal ist auch für den
so genannten
Kater verantwortlich, der eine Folge stärkeren
Alkoholkonsums ist. Der Abbau des Ethanols wird durch
Zucker gehemmt, daher ist die Katerwirkung bei süßen
alkoholischen Getränken, insbesondere Likör,
Bowlen und manchen Sektsorten besonders hoch.
Die Abbaurate durch die Alkoholdehydrogenase ist
innerhalb gewisser Grenzen konstant. Sie beträgt bei den
meisten Europäern knapp 1 g Alkohol je 10 kg
Körpergewicht und Stunde. Eine Variationsbreite ergibt
sich zwischen Männern und Frauen. Bei Männern wurde auch
im Magen eine genetisch bedingte erhöhte Aktivität der
so genannten gastrischen Alkoholdehydrogenase
festgestellt, was zu einer leichten Erhöhung der
Abbaurate führt. Die Abbaurate wird dagegen durch
häufigen Alkoholkonsum nicht erhöht. Der
Gewöhnungseffekt, den man bei
Alkoholikern beobachten kann, beruht nicht auf
schnellerem Abbau, sondern auf der Gewöhnung des
Nervensystems an höhere Giftdosen. Andere, insbesondere
in unsauber destillierten Spirituosen zu findende
Alkohole, die so genannten
Fuselalkohole, werden auch durch die
Alkoholdehydrogenase abgebaut und verlangsamen den Abbau
des Alkohols. Etwa 5 Prozent des Alkohols werden über
Urin, Schweiß und Atemluft abgegeben.
Siehe auch:
Kater
Blut- und Atemalkohol
Ein objektives Maß für die alkoholische Beeinflussung
stellt die Messung der Alkoholkonzentration im venösen
Blutkreislauf bzw. in der Atemluft dar, wobei dadurch
jedoch nur begrenzte Aussagen über die physiologische
Beeinträchtigung möglich sind, da diese stark von
individuellen Einflüssen, insbesondere der
Alkoholgewöhnung, abhängen.
Die Höhe der Blutalkoholkonzentration (BAK) bzw. der
Atemalkoholkonzentration (AAK) ist jedoch mit einer
statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Risiko von
Ausfallerscheinungen oder Unfällen gegenüber dem
nüchternen Zustand verbunden, die die Grundlage der
gesetzlichen Promillegrenzen darstellen.
Die erreichbare BAK ist von der aufgenommenen
Trinkmenge, der Körpermasse und dem Geschlecht abhängig,
aber auch von Faktoren wie Statur und Alter sowie
Füllzustand des Magens. Zur Berechnung der (nur
theoretisch) maximal erreichbaren BAK dient die
Widmarkformel. Als Maßeinheit dient das
Massenverhältnis Milligramm Alkohol pro Gramm Blut
(mg/g), besser bekannt als Promille.
Die AAK kommt dadurch zustande, dass in den
Lungenbläschen (Alveolen) ein Übergang des Alkohols aus
dem arteriellen Blutkreislauf in die eingeatmete Luft
erfolgt, womit beim Ausatmen Alkohol abgegeben wird. Als
Maßeinheit dient die Alkoholmenge in Milligramm pro
Liter Atemluft (mg/l). Eine direkte Umrechnung von AAK
in BAK ist nicht exakt möglich, da sich das Verhältnis
zeitlich verändert. Daher existieren in der
Bundesrepublik Deutschland zwei separate Grenzwerte, die
juristisch gleichgesetzt sind und auf dem mittleren
Verteilungsfaktor von 1:2.000 beruhen. Damit entsprechen
0,5 mg/g BAK 0,25 mg/l AAK.
Unmittelbare physiologische Wirkung
Alkohol führt zu einer Erweiterung insbesondere der
äußeren Blutgefäße. Daraus ergibt sich ein Wärmegefühl
beim Konsum alkoholhaltiger Getränke. Dabei wird die
natürliche Regulierung des Wärmehaushalts bei niedrigen
Temperaturen außer Kraft gesetzt. Zugleich wirkt Alkohol
betäubend, so dass bedrohliche Kälte nicht mehr
wahrgenommen wird. Daher können Erfrierungen bis hin zum
Kältetod die Folge winterlichen Alkoholkonsums sein.
Problematisch ist auch die Kombination von Alkohol
mit Medikamenten und anderen
Drogen. Hier gibt es vielfältige Wechselwirkungen,
die zu einer vorzeitigen und intensiveren
Beeinträchtigung als bei reinem Alkoholkonsum führen
können. Auch der Alkoholabbau hinterlässt noch nach
seiner Beendigung physiologische Wirkungen: So bleibt
die Konzentration des Enzyms Alkoholdehydrogenase auch
noch nach vollständiger Beseitigung des Alkohols aus dem
Blut erhöht. Dieses Enzym ist aber auch am Abbau von
Medikamenten beteiligt, so dass diese schneller als in
der Dosierung vorgesehen abgebaut und damit unwirksam
gemacht werden!
Wirkungen auf das Gehirn und andere Schäden
Bereits maßvoller Alkoholkonsum (0,2 Promille
Blutalkohol - entsprechend ungefähr 0,3 l Bier, 100 ml
Wein oder einem hochprozentigen Schnaps, je nach
Körpergewicht und Konstitution) wirkt sich auf das
Nervensystem und speziell auf das
Gehirn aus: das Blickfeld wird verengt (beginnender
Tunnelblick), und die Reaktionszeiten verlangsamen
sich. Forscher der
Universität
Stockholm haben herausgefunden, dass 50 g Alkohol am
Tag bleibende Schäden hinterlassen. Schätzungen gehen
davon aus, dass beim Verzehr eines Bieres bis zu 100.000
Gehirnzellen abgetötet werden. Bei einem
Vollrausch sollen sogar ca. 10.000.000 Gehirnzellen
unwiderruflich absterben. Dies entspricht einem
Zehntausendstel aller Gehirnzellen (etwa 100 Millarden
Gehirnzellen). Weiterer Konsum von Alkohol führt zu
einem als Trunkenheit bezeichneten Zustand. Dieser ist
einerseits durch körperliche Veränderungen wie z.B.
psychisch durch erhöhte Emotionalität, andererseits
durch eine veränderte Bewusstseinwahrnehmung und
verringerte geistige Leistungsfähigkeit gekennzeichnet.
Meistens führt erheblicher Alkoholkonsum zu Übelkeit und
Erbrechen. Dabei wird allerdings nur der Teil des
Alkohols ausgeschieden, der noch nicht in die Blutbahn
gelangt ist. Bedenklich ist, dass unter der schädlichen
Wirkung des Alkohols zuerst auch die am höchsten
entwickelten Fähigkeiten des Menschen leiden, z.B das
Verantwortungsbewusstsein, soziales Verhalten und dass
die Menschenwürde damit verloren geht.
Alkohol hat auch Aufwirkungen auf Sexualität und
Fruchtbarkeit. So führt Alkoholkonsum vielfach zu einer
Enthemmung, speziell bei Männern auch zu einer
Steigerung der
Libido. Parallel dazu verringert sich allerdings die
Erektionsfähigkeit bis hin zur völligen
erektilen Dysfunktion. Darüber hinaus gehört Alkohol
zu den Stoffen, die sich direkt schädigend auf Hoden und
Spermien auswirken. Alkohol führt zu einer Verminderung
der Testosteronproduktion, was negative Auswirkungen auf
eine Vielzahl von Körperfunktionen hat. Neuere
Untersuchungen (Prof. E. Abel, USA) haben festgestellt,
dass väterlicher Alkoholkonsum vor der Zeugung nicht nur
das Risiko von Fehlgeburten erhöht, sondern sich auch
schädigend auf die Kindesentwicklung auswirken kann.
Wesentlich verheerender ist allerdings Alkoholkonsum der
Mutter während der Schwangerschaft, da sich dadurch
unter anderem das so genannte fetale Alkoholsyndrom
ausbilden kann, das vor allem durch eine erhebliche
Beeinträchtigung der Intelligenz beim Kind
gekennzeichnet ist. Alkoholbedingte Schädigungen gehören
zu den häufigsten pränatal bedingten Gesundheitsschäden.
In noch größeren Mengen setzt eine akute
Alkoholvergiftung ein, die bis zum
Koma oder dem direkten Tod führen kann. Besonders
gefährlich ist dabei der schnelle Konsum von
Spirituosen, da die Übelkeitsschwelle langsamer eintritt
als ein lebensbedrohlicher Anstieg des
Blutalkoholspiegels.
Auch wenn die angenehmen Wirkungen leichten Konsums
im Fall positiver Anlässe zeitlich beschränkt erwünscht
sein mögen, so ruft Trunkenheit andererseits in
unangebrachten Situationen jährlich ein unübersehbares
Maß an menschlichem Leid hervor (Verkehrsunfälle, etc.).
Ebenso kann auch dauerhafter Konsum allein schon oder
zusammen mit anderen Faktoren zu schweren
gesundheitlichen Schädigungen führen:
Herz-Kreislauferkrankungen, schwere Schädigungen der
Leber, des gesamten Nervensystems, des Gehirns und
körperlich-psychische Abhängigkeit.
Hilfe bieten Ärzte oder
Selbsthilfegruppen wie die
Anonymen Alkoholiker oder die
Guttempler. Hilfe bieten ebenfalls
Suchtberatungsstellen sowie verschiedene andere
Selbsthilfegruppen.
Todesursache Alkohol
In Deutschland starben im Jahr 2000 zirka 16.000
Menschen durch
Alkoholmissbrauch, was zirka zwei Prozent aller
Sterbefälle entsprach, wobei Männer dreimal häufiger
betroffen waren als Frauen. Die häufigste
alkoholbedingte
Todesursache war die alkoholische
Leberzirrhose mit 9.550 Toten (Quelle:
Statistisches Bundesamt). Eine Krankheit, mit einer
über 50%ig großen Mortalität (Todesrate), die
insbesondere in Verbindung mit Alkohol und einer sehr
fetthaltigen Mahlzeit ausgelöst wird, ist die
Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung).
Die
Drogenbeauftragte der Bundesregierung, die
Staatsekretärin im
Bundesgesundheitsministerium,
Marion Caspers-Merk spricht für 2003 von 40.000
Todesfällen als Folge des Alkoholkonsums in Deutschland,
wobei, im Vergleich, 1.477 Personen durch illegale
Drogen verstorben sind und 110.000 als Folge des
Tabakrauchens.
(Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2004)
Mögliche positive gesundheitliche Wirkungen
Es ist stark umstritten, ob alkoholische Getränke
positiv auf die Gesundheit einwirken können. Viele
vordergründing positive Wirkungen werden durch andere
aufgehoben, etwa der stark erhöhten Krebsgefahr beim
regelmäßigen Konsum selbst geringer Mengen, die durch
wissenschafliche Studien bestätigt wurden.
Mediziner warnen davor, einzelne Wirkungen aus dem
Gesamtzusammenhang zu reißen.
Auch der Verbrauch von Vitaminen und Mineralstoffen
beim Abbau im Körper ist zu berücksichtigen.
Traubensaft enthält dieselben herzstärkenden Mittel
wie Wein, daher kann davon ausgegangen werden, dass das
selektive Hervorheben einzelner positiver Wirkungen in
erster Linie einer Rechtfertigung dient und wenig
Substanz hat.
Aus einer Anzahl epidemiologischer Untersuchungen
geht hervor, dass ein ausgesprochen mäßiger Konsum
bestimmter alkoholhaltiger Getränke - insbesondere
Rotwein - (etwa 1-2 Glas pro Tag) über längere Zeiträume
vor koronarer Herzerkrankung schützen soll. Außerdem
wurde bei bis zu 20-40 g Alkohol bei Männern und bei bis
zu 10-20 g bei Frauen eine höhere
Lebenserwartung festgestellt. Dies entspricht 1/4
Rotwein oder 1/2 Maß Bier pro Tag. Die höhere
Lebenserwartung ist allerdings nur ein statistischer
Effekt, da unter den
Antialkoholikern auch Personen sind, die gerade
wegen einer Krankheit und damit verbundener niedriger
Lebenserwartung keinen Alkohol trinken.
Oberhalb dieser Mengen kehrt sich die positive
Wirkung eindeutig um. Ursächlich für diese Wirkungen ist
allerdings nicht der Alkohol selbst, sondern
Begleitstoffe, die im Wein und Bier zu finden sind und
durch den Alkohol, der ein gutes Lösungsmittel ist,
verfügbar gemacht werden (Lösungsmitteltheorie).
Daher besitzen Schnäpse und die meisten Liköre auch
keine vergleichbaren Wirkungen. Nach einer anderen
Theorie wirkt (wenig) Alkohol entzündungshemmend,
der
CRP-Gehalt (Reaktive Proteine) sinkt.
- J. Kauhanen et. al: Beer binging and mortality:
results from the Kuopio ischaemic heart desease risk
factor study, a prospective population based study.
British Medical Journal 1997/315/S.846.
- E. B. Rimm et al.: Moderate alcohol intake and
lower risk of coronary heart desease: meta-analysis on
effects on lipids and haemostatic factors. British
Medical Journal 1999/319/s. 1523.
- K. Nanchal et al.: alcohol consumption,
metabolic cardiovascular risk factors and hypertension
in women. International Journal on Epidemiology
2000/29/S.57.
- C. Power et al.: U-shaped relation for alcohol
consumption and health in early adulthood and
implications for mortality. Lancet 1988/352/S.877
- H. Beck-Bornholdt et al.: Der Hund, der Eier
legt 2001
ISBN 3-499-61154-
Gesetzliche Beschränkungen
In einigen vorzugsweise
islamischen Ländern ist Alkohol als Droge gesetzlich
streng verboten. Manche Getränke wie
Absinth sind oder waren bis vor kurzer Zeit wegen
ihres erhöhten Gefahrenpotentials auch in vielen
europäischen Ländern verboten.
In den USA gibt es immer noch Gemeinden mit einem
totalen Alkoholverbot. (Gemeindeautonomie) Z.B. Weston
ist noch eine von Gemeinden in Massachusetts, die ein
Alkoholverbot kennen.
Jugendschutz
In
Deutschland und der
Schweiz dürfen alkoholische Getränke nur an Personen
ab dem vollendeten 16. Lebensjahr abgegeben werden.
Getränke, die
Branntwein enthalten, sogar erst ab 18.
In
Österreich ist der Jugendschutz Ländersache. In
Wien,
Niederösterreich und dem
Burgenland ist der Alkoholkonsum grundsätzlich erst
ab 16 gestattet. In den anderen Ländern dürfen Getränke
bis zu einem Alkoholgehalt von 14% mit 16, solche
darüber mit 18 getrunken werden.
In manchen Ländern, insbesondere den
USA, gelten oft Bestimmungen, die als Mindestalter
21 vorsehen.
Straßenverkehr
Da Alkohol die Fahrtüchtigkeit beeinflusst, gibt es
einen höchstzulässigen Alkoholgehalt im Blut bzw. in der
Atemluft. Dieser beträgt
- in Österreich:
- 0,1‰ für Lenker von
Lastwägen und
Autobussen, für Moped- und Traktorfahrer bis 20
Jahre, sowie für Schüler und Lehrer in der
praktischen Fahrausbildung.
- 0,5‰ für
Kraftfahrzeuglenker
- 0,5‰ für Kraftradlenker
- in Deutschland: 0,5‰ im Blut oder 0,25 mg/l in der
Atemluft
- bei auffälliger Fahrweise oder bei Verwicklung
in einen Unfall ist bereits eine Konzentration ab
0,3‰ strafbar
- in der Schweiz: 0,5‰
- in Ungarn, Serbien, Kroatien, Tschechien,
Slowenien, Montenegro, Rumänien und Bulgarien: 0,0‰
Trinkt ein Mann (75 kg) innerhalb einer Stunde 1
Liter Bier, erreicht er etwa 0,5
Promille, trinkt er aber 1 Liter der handelsüblichen
Weine, erlangt er 2 Promille! Wichtig ist, die Größe und
vor allem den Inhalt eines Weinglases zu beachten (oft
0,3 Liter). Durch eine Mahlzeit kann die Aufnahme des
Alkohols etwas verlangsamt werden.
Kulturgeschichte des Alkohols
Die ersten Völker, die gezielt alkoholische Getränke
herstellten, waren die
Ägypter und
Sumerer. Sie erzeugten Bier, später auch Wein. Als
Hefen kamen Wildhefen zum Einsatz. Im
Mittelalter wurde die
Destillation erfunden, dadurch war es möglich, den
Spiritus vini (Geist des Weines) aus Wein
herzustellen. In Ostasien wurden schon früh Weine aus
Litschi und
Pflaumen hergestellt sowie der
Sake, ein warm genossener
Reiswein.
Die Alkohol-"Kultur"-Geschichte hat seit dem 19. Jh.
eine dramatische Wende erfahren. Die industrielle
Produktion und die vor allem nach dem 2. Weltkrieg
einsetzende massive Vermarktung der alkoholischen
Getränke führte zu einem großen Überangebot in der 1.
und 2. Welt, das mit allen Mitteln abgesetzt werden
sollte. So wurden die Frauen und seit kurzem die
Jugendlichen zu Zielgruppen der Nachfrage- und
Absatzförderung. Inzwischen zählt man die
alkoholbedingten Schäden zu den
Zivilisationskrankheiten.
Seit Ende des letzten Jahrhunderts wird die
Alkohol-"Kultur" auch in die
Entwicklungsländer exportiert, die aufgrund
mangelnder Erfahrung in der Prävention und fehlender
sozialer Hilfsnetze teilweise erhebliche Probleme mit
diesem Phänomen haben. Kritiker bezeichnen die
Verbreitung der Alkohol-"Kultur" auch als neue Form
des
Kolonialismus.
Populationsgenetische Aspekte des Alkohols
Seit langem ist bekannt, dass die ursprünglich aus
Ostasien stammenden Einwohner Amerikas ("Indianer"
und
Inuit) auf Alkohol erheblich empfindlicher reagieren
als
Europäer. Dies wurde beim Vordringen der Europäer
auf dem amerikanischen Kontinent gezielt ausgenutzt,
indem Schnaps als "Feuerwasser" an die einheimischen
Stämme verteilt wurde. Auch Ostasiaten zeigen -
teilweise in geringerem Umfang - eine geringere
Alkoholverträglichkeit als Europäer.
Ursache ist ein deutlich langsamerer Abbau des
Blutalkohols bei den meisten Nichteuropäern. Während die
meisten Europäer 3-4 Bier trinken können, ohne gleich
betrunken zu werden, führen bei den vielen
Nichteuropäern, speziell bei Menschen mit ostasiatischer
Abstammung, bereits 1-2 Bier zu Trunkenheitszuständen.
Die Ursache dafür liegt in einem schnelleren Abbau des
Blutalkohols bei Europäern. Während sie noch trinken,
beginnt bereits eine biochemische Reaktion, bei der
durch das Enzym
Alkoholdehydrogenase der Alkohol abgebaut wird. Das
dabei als Zwischenprodukt gebildete
Ethanal, ein
Aldehyd, führt in größerer Konzentration zum so
genannten
Kater.
Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass die
genetischen
Allele für das Enzym Alkoholdehydrogenase bei
Europäern anders als bei Menschen anderer Herkunft
verbreitet sind. Diese Allele unterscheiden sich in
einigen
Basen voneinander und führen zu leicht
unterschiedlichen Varianten der Alkoholdehydrogenase
(sog.
Isoenzymen). Dabei kann Reinerbigkeit (Homozygotie)
oder Mischerbigkeit (Heterozygotie)
bezüglich der Allele vorliegen. Untersuchungen an
asiatischstämmigen Amerikanern zeigten, dass homozygote
Menschen mit dem Allel ALDH2*2 eine erheblich niedrigere
Abbaurate für Blutalkohol hatten. Mischerbige Menschen
wiesen die gleiche Abbaurate wie reinerbige Menschen mit
dem
Genotyp ALDH2*1 auf, bauten aber das Zwischenprodukt
Ethanal (den "Katerstoff") langsamer ab.
Die erhöhte Fähigkeit der Europäer zum Alkoholabbau
beruht auf einem besonderen
Selektionsdruck insbesondere im
Altertum und
Mittelalter. Während asiatische Völker bereits früh
abgekochtes und damit keimarmes Wasser in Form von
Tee zu sich nahmen, gab es im europäischen
Kulturkreis zahlreiche
Seuchen z. B. durch bakterienverseuchtes
Trinkwasser, insbesondere im Zuge des
Bevölkerungswachstums der Städte im Mittelalter und in
der frühen Neuzeit. Unter den wenig hygienischen
Zuständen in Europa war daher der Konsum von
alkoholhaltigen Getränken aufgrund der desinfizierenden
Wirkung tatsächlich gesünder. Menschen mit erhöhter
Fähigkeit zum Alkoholabbau überlebten auch die
zahlreichen Seuchen eher als Menschen ohne diese
Fähigkeit. Und die Nachkommen hatten dann vielfach auch
die Fähigkeit zum schnelleren Alkoholabbau geerbt. Eine
weitere Rolle für die weite Verbreitung des Allels für
die besonders rasch abbauenden
Isoenzyme in Europa dürfte die
Seefahrt gewesen sein, bei der Wein und später Rum
(Pflichtration z. B. in der britischen
Marine) zur Grundversorgung der Seeleute gehörte.
Dementsprechend findet man in den Küstenregionen der
Seefahrtsnationen das Allel besonders häufig.
Andere Nutzung von Alkohol
- 70 %iger Ethanol ist ein ausgezeichnetes
Antiseptikum und wird besonders zur
Händedesinfektion verwendet. Alle Bakterien
einschließlich der
Tuberkelbakterien werden innerhalb einer Minute
durch
Denaturierung der Bakterienzellwand abgetötet (Bakterizidie).
Eingeschränkt wirksam ist er gegen
Viren, nicht wirksam gegen
Sporen. Allerdings brennt er in offenen Wunden.
- 95 %iger Alkohol kann zur Verödung heißer
Schilddrüsenknoten und anderer umschriebener
Tumore benutzt werden - siehe
[1] (http://www.madeasy.de/6/sdc2.htm)
- Ethanol wird in
Brasilien als nichtfossiler
Treibstoffzusatz dem
Benzin beigemischt.
- Als Reinigungsmittel kann Ethanol auch aufgrund
seiner (gering ausgeprägten)
Amphiphilie verwendet werden.
- Alkohol ist eine wichtige
Trägersubstanz bei der Herstellung pflanzlicher
Medikamente (Phytomedizin).
- Ethanol ist ein sehr gutes Lösungsmittel für
Harz. Bei verschmutzten Textilien sollte man
zuerst das Harz grob abkratzen. Anschließend ein mit
Wasser leicht angefeuchtetes Tuch unter den Stoff
legen, den Stoff straff spannen und den Fleck mit
einem in 90%-igem Ethanol getränktem Lappen vorsichtig
von innen nach außen betupfen. Das Harz sollte sich
anschließend in dem angefeuchteten Tuch befinden. Vor
der Behandlung empfiehlt es sich aber unbedingt, den
zu reinigenden Stoff an einer unauffälligen Stelle mit
dem Alkohol betupfen, um die Farbechtheit sicher zu
stellen.
Weltmarkt
Wichtigster Exporteur von Alkohol ist
Brasilien (656 Mio. Liter im Jahr 2003).
Links:
-
Alex
- Das Alkohol Lexikon
-
Alkoholhilfe - Hilfe zur Selbsthilfe
-
Leben ohne Alkohol - Was sie schon immer
ueber die Alkoholkrankheit wissen wollten,
sich aber nie getraut haben zu fragen.
-
Der
Alkoholratgeber - Für Betroffene und
Angehörige werden Ursachen und
Behandlungsmöglichkeiten des Alkoholismus
beschrieben